The New Pornographers haben gestern ihre neue Single „Votive“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „The Former Site Of“, das am 27. März via Merge Records erscheint.
Die neue Single „Votive“ gibt bereits einen Vorgeschmack auf das, was kommen mag. The New Pornographers klingen darauf gewohnt vielschichtig, ohne sich in nostalgischen Gewässern zu verlieren – ein Balanceakt, den die Band mittlerweile beherrscht.
„The Former Site Of“ heißt die neue Platte der Supergroup aus Kanada. Die Besetzung liest sich vertraut: A.C. Newman, Kathryn Calder, Neko Case, John Collins und Todd Fancey sind mit von der Partie. Am Schlagzeug sitzt diesmal Charley Drayton, der den in Ungnade gefallenen ehemaligen Drummer Joe Seiders ersetzt.
Newman selbst gibt in einer Pressemitteilung einen interessanten Einblick in die Entstehung des Albums. Die Zeit im eigenen Studio habe ihm neue Freiheiten eröffnet: „Ich mag es nicht, die Zeit meiner Bandkolleg*innen zu verschwenden, und fühlte mich immer schuldig, wenn ich ihnen einen Song gab, sie bat, etwas zu machen, dann den Song komplett änderte und sie bat, es nochmal zu machen.“
Jetzt könne er das Skelett eines Songs zunächst allein zusammenstellen – „nur ein paar Elemente, das zentrale Gefühl, wirklich so wenig wie möglich“ – bevor er es der Band vorlegt. Ein pragmatischer Ansatz, der vermutlich nicht nur die Nerven aller Beteiligten schont, sondern auch dem Material zugutekommt.
Die Band meldet sich mit dem neuen Werk zurück, nachdem sie zuletzt 2023 mit „Continue As A Guest“ – einem Album, auf dem laut MusikBlog-Review die fehlenden Power-Pop-Hymnen aus der Vergangenheit „durch eine gerissene Indie-Rock-Attitüde kompensiert werden“ – von sich hören ließ.
Das von Michael Arthur animierte Musikvideo zu der neuen Single ist ein visueller Trip, in dem die Bandmitglieder wie in der Zeit eingefroren wirken. Chaotische Szenen aus Schatten, Kerzenlicht, Sternenhimmel und Rauch wechseln sich ab, dazwischen blitzt es bunt und hell auf.
Gesangsszenen durchbrechen die surreale Atmosphäre – ein gelungener optischer Begleiter zu einem Song, der sich erst nach mehrmaligem Hören vollständig entfaltet.
