Leoniden haben heute ihre neue Single „I Still Feel“ mit dazugehörigem Musikvideo veröffentlicht.
Was für ein Einstieg ins Wochenende: Mit der neuen Single „I Still Feel“ und dem dazugehörigen, fast dreistündigen Musikvideo starten Leoniden aus Kiel mal wieder durch und beweisen dabei, dass ihnen selbst nach über einem Jahrzehnt im Betrieb noch lange nicht die Luft ausgeht.
„I Still Feel“ ist genau das, was man von Leoniden erwartet – und dann doch wieder nicht: ein Dancefloor-Track zwischen Indie und Disco, der Clubnacht und Existenzkrise mühelos verbindet.
Der Song eröffnet mit einer glitzernden, melancholisch-treibenden Synthesizer-Melodie, ehe Sänger Jakob Amr eine der schönsten Fragen der Popgeschichte stellt: „But Björk gets old while Kurt stays young, how can I have both?“ Club 27 oder langes, erfülltes Leben? Jakobs Antwort: unbedingt beides, bitte.
Tiefgründig, aber nie schwerfällig: Das ist die Leoniden-Formel, die schon „Sophisticated Sad Songs“ (2024) zu einem Platz-2-Album in den deutschen Charts machte. MusikBlog schrieb zu dem Album damals im Review: „musikalisch schlicht maximal unterhaltsam.“ Daran knüpft die neue Single nahtlos an.
„Es ist ja eigentlich nicht zu begreifen, dass das Leben endlich ist“, sagt Jakob zu dem Song, „so ganz habe ich das Konzept immer noch nicht akzeptiert. Trotz meiner Angst vor dem Tod liegt in der Endlichkeit aber auch eine gewisse Schönheit, weil ich meine eigenen Ideen so nicht überleben muss.“
Das von Capadol kreierte Musikvideo zu „I Still Feel“ – seit gestern Abend bereits auf YouTube zu sehen – ist ein eigenes Erlebnis: mit fast drei Stunden Länge ziemlich sicher das anstrengendste der Welt, zumindest für die Band.
Leoniden spielen den Song unter freiem Himmel im Dauerloop live, über 50 Wiederholungen lang. Die Requisiten: ein fast zwei Meter großes Holzvorhängeschloss, angelehnt an jene Liebesschlösser, mit denen Paare sich weltweit ewige Treue schwören, sowie drei Handäxte, mit denen Jakob das Schloss im Verlauf des Videos bis zu körperlicher Erschöpfung zertrümmert.
„If you say forever one more time, I’ll remind you that we die“ – so lautet das Motto. Was in den über 50 Wiederholungen passiert, sollte am Stück erlebt werden.
