Beck hat gestern seine neue Single „In The Night“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von seinem neuen Album „Ride Lonesome“, das am 18. September über Iliad Records / Capitol Records erscheint.
Nachdem die erste Single „Ride Lonesome“ bereits für Begeisterungsstürme sorgte, legt Beck nun mit „In The Night“ nach, dem zweiten Appetithappen aus dem neuen Album.
Zwei Songs, eine Stimmung: gedämpft, introspektiv, mit einem Hauch von Lagerfeuerromantik unterm Sternenhimmel.
Für die Aufnahmen hat Beck offenbar die alte Bande wieder zusammengetrommelt – Smokey Hormel, Joey Waronker, Justin Meldal-Johnsen und Jason Falkner, allesamt Weggefährten aus den Tagen von „Mutations“ (1998), „Sea Change“ (2002) und „Morning Phase“ (2014).
Gemischt hat, natürlich, Nigel Godrich, der treue Klangzauberer im Hintergrund. Beck selbst beschreibt die Reunion mit spürbarer Rührung: „Es war ein Jahrzehnt her, seit wir zusammen im Studio waren und ‚Morning Phase‘ aufgenommen haben. Diesmal fühlte es sich an, als hätten sich das Zusammenspiel und die Chemie zwischen uns weiterentwickelt und vertieft.“
Musikalisch knüpft „Ride Lonesome“ dort an, wo einst „Morning Phase“ (mit dem Grammy prämiert) und dessen spiritueller Vorgänger „Sea Change“ die Messlatte für melancholische Schönheit gesetzt haben.
Wer bei „Hyperspace“, Becks letztem Album von 2019, noch etwas ratlos zurückblieb, ist damit nicht allein. MusikBlog schrieb dazu im Review: „In Summe ist ‚Hyperspace‘ ein Album, das (…) weniger Potenzial für Überraschungen bietet. Beck in seiner Langzeitwirkung zu unterschätzen, wäre allerdings fatal. Da macht die Platte keine Ausnahme.“
Genau diese Langzeitwirkung scheint sich nun zu entfalten – mit einem Beck, der offenbar wieder ganz bei sich, seiner Band und seinen alten Klangwelten angekommen ist.
Auch das Video zu „In The Night“ bewegt sich stilistisch ganz im Sog des Songs: Regisseur Mikai Karl inszeniert Hauptdarsteller Denis Lavant als alten Mann, der rauchend und in Gedanken versunken durchs Haus wandert, sichtlich mit Schmerz und Trauer ringend.
Am Ende legt er sich ins Bett, auf dessen Nachttisch – einem alten Klavier – eine stille Inventarliste des Abends wartet: Aschenbecher, Teetasse, Weinflasche. Ganz so, wie man es von Beck in seiner introspektivsten Form erwarten dürfte.
