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Jack White bleibt ein Solitär und macht mit seinem siebten Soloalbum „Frozen Charlotte“ Jack-White-Sachen auf erwartbar hohem, zeitgenössischem Rockniveau.

„Frozen Charlotte“ hat alles, was man an diesem Restaurateur des Rock seit den White Stripes schätzt: Spröder, zackig gespielter Blues, entstaubter Rootsrock und eine verbeulte Kratzbürstigkeit, die durch einen warmen, analogen Gesamtsound kontrastiert werden.

Den hat White erneut in seinem Third Man Records Studio in Nashville eingefangen. Sein gleichnamiges Plattenlabel samt zugehörigen Plattenläden hat es sich dann auch nicht nehmen lassen, „Frozen Charlotte“ als spärlich beschrifteten Zusatz in den Jutebeutel der Kundschaft zu schummeln, um das Album anzukündigen und zu promoten.

Das muss man sich freilich leisten können, aber was kümmert es schon einen Giganten wie White. Seine Fans werden ohnehin ein vollwertiges Exemplar nachkaufen, um in den Genuss eines herrlich verschrobenen „Derecho Domenico“ zu kommen, wo White einmal mehr die ausufernden Gitarrenvibes eines Jimmy Page hochhält und den Song dann direkt noch auf die Hammond Orgel von The-Doors-Organist Ray Manzarek gibt.

Nur eines von vielen Highlights auf einem Album, das insgesamt nicht einen einzigen Ausfall hat. Dennoch lassen sich ein paar Schmankerl hervorheben:

Die Adlips in „There Is Nobody There“ etwa, um die die Hip-Hop-Welt White beneidet, sie formen eine eigene Hook, die sich mit der Gitarre umgarnt. Der gegenläufige Rhythmus des Schlagzeugs steigert die nervöse Spannung dieses monolithischen Rocksongs ins Unermessliche.

Dann wäre da das countryeske Riff in „Dollar Bill“, das sofort ins Ohr geht und so schnell nicht wieder herausfindet. Obwohl es psychedelisch aufgekocht, zählt es trotzdem zu der Stange flirrender Rocknummern mit knackigem Schlagzeug, bei der die Black Keys ganz genau hinhören.

Keine Frage: Über die 13 Songs hinweg gräbt sich Jack White erneut tief in die amerikanische Musikgeschichte. Blues, Garage Rock, Soul und Rock’n’Roll dienen ihm als Baukasten. Das Erstaunliche dabei aber ist, wie alte Formen in seinen Händen plötzlich beweglich werden, vertraute Harmonien scharfe Kanten bekommen, und Riffs von Beginn an frische Gebrauchsspuren tragen.

Er vertraut dabei offensichtlich seinem Gespür stärker als jedem Kalkül – und macht damit erneut alles richtig.

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