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Swans – Live im Feierwerk, München

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Die Swans, die bekanntlich letztes Jahr nach 13 Jahren „wieder begonnen“ haben (Michael Gira legt großen Wert darauf, dass es keine Reunion ist) sind derzeit auf Tour und haben am 19. Mai im Münchener Feierwerk gespielt. In der „neuen“ Besetzung mit dabei unter anderem Norman Westberg, der ja bereits in den frühen Anfängen der Swans in den 80er Jahren dabei war. Mit Phil Puleo, der bereits auf der letzten Swans-Tour 1997 für das großartige Schlagzeug verantwortlich war sowie Kristof Hahn und Thor Harris, die bereits früher bei den Swans bzw. bei den Angels Of Light mitgewirkt haben, außerdem weitere bereits miteinander bekannte und vertraute Musiker.

Das Publikum im Feierwerk ist überwiegend Ü30, männlich und tätowiert. Eigentlich also typisches Hardcore Publikum, im Detail jedoch aber dann doch etwas anders aussehend und wie sich später zeigen sollte, sehr loyal und enthusiastisch.

Bereits der erste Song beginnt, nach dem obligatorischen, langen, spannungsaufbauenden Intro, mit einer Gitarren-Salve, die einem erst die Ohren und dann das Gehirn wegpustet. Da hat es sich dann doch gerächt, dass ich entgegen dem Rat meiner Freunde (die bereits vorher auf der Tour beim Konzert waren) keine Ohrstöpsel benutzt hatte. Diese wären hier in der Tat angebracht gewesen, ich hatte am nächsten Tag etwas Schwierigkeiten, Telefongespräche zu führen. Aber Michael Gira, der angeblich schon fast taub ist, mag es nunmal laut und die Musik der Swans wirkt dann auch einfach besser.

Nach dem zweiten Titel bedankt sich Gira, dessen Vater vor ca. 20 Jahren in der Nähe von München gelebt hat, auf Deutsch und begrüßt das Publikum mit „Guten Abend deutsche Kinder“. Gira’s Affinität zur deutschen Sprache hat sich ja schon auf einigen früheren Platten der Swans („Die Tür Ist Zu“) und World Of Skin („Ten Songs From Another World“) durch teilweise deutsche Texte gezeigt.

Bis auf einige wenige Songs von dem aktuellen Album „My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky“ spielen die Swans überwiegend neue Stücke des für 2012 geplanten neuen Albums. Im Live-Sound knüpfen sie jedoch ziemlich nahtlos an die „Soundtracks For The Blind“ und „Swans Are Dead“ Touren Mitte der 90er Jahre an.

Wie die Swans ihre Instrumente beherrschen und sich live aufeinander abstimmen ist einfach beeindruckend. Immer unter der Regie von Michael Gira, der teilweise mit großen Hand- und Armbewegungen dirigiert, und als würden sie bereits seit vielen Jahren ununterbrochen zusammen spielen.

Auch die Art und Vielseitigkeit der Instrumente zeugt von großer Liebe zum Musik-Machen und Experimentierfreudigkeit. So erzeugt zum Beispiel Percussionist Thor Harris, der übrigens mindestens drei verschiedene Paar Drumsticks verwendete, aus einer auseinander genommenen, zweiteiligen Klarinette einen ganz speziellen Klang. Und Michael Gira zeigt, wie man durch auf-die-Wange-klopfen eine Art Echo-Hall erzeugen kann.

Das Ergebnis davon ist ein bombastischer Sound, der das Publikum tief in seinen Bann und eine andere Welt zieht und der auf dem Studio-Album nicht mal ansatzweise so rüber kommt.

Swans sind und bleiben Musik für die Ewigkeit. Wie Michael Gira einmal so schön sagte: „Now they say that hell is a place where memory’s dead and the only thing left is this moment moving further away..“ Nun, mein Moment wird dieses Konzert sein.

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