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Das Lampenfieber ist das Schlimmste – The Naked And Famous im Interview

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Wenige Stunden vor ihrem Auftritt in der Live Music Hall in Köln traf MusikBlog die, aus Neuseeland stammende, Band The Naked and Famous. Sängerin Alisa Xayalith und Programmierer Aaron Short sprachen mit uns über ihr neues Album „In Rolling Waves“, ihre Tour-Erlebnisse und ihre atemberaubende Lichtshow und sind dabei ganz lustig und entspannt.

MusikBlog: Zunächst einmal, wie geht es euch und wie läuft die Tour?

Alisa Xayalith: Uns geht es gut und die Tour ist fantastisch! Es sind grad einmal anderthalb Wochen hier in Europa und alles war einmalig bisher. Ich mein, das hier ist unsere zweite Tour in diesem Jahr. Wir haben gerade unsere Nordamerika-Tour beendet und Europa war der zweite Bereich, der zu allererst vom neuen Material auf dem Album gehört hat, also ist es im Moment eine ziemlich aufregende Zeit und es ist erst der Anfang vom Tour-Leben.

MusikBlog: Ihr spielt so viele Konzerte und habt sogar schon einen Auftritt bei Rock am Ring hinter euch. Wie ist es für euch in solchen Räumlichkeiten wie der Live Music Hall zu spielen? Seid ihr überhaupt noch aufgeregt vor eurem Auftritt?

Alisa Xayalith: Immer. Und ich glaub Aaron wird in letzter Zeit immer ängstlich vor unseren Shows.

Aaron Short: Ja das stimmt. Jede Nacht aufs Neue. Das ist ziemlich merkwürdig. Man hat nicht wirklich Angst vor dem Publikum oder sowas. Es ist mehr dieser Gesamtaufbau bis zur Show hin. Da gibt es so viel Drum-Herum und du bist einfach aufgeregt auf die Bühne zu kommen. Wir sind im Moment an dem Punkt, wo wir eine richtige Show mit einer großen Produktion und einer großen Lichtshow hinlegen. Es ist halt eine spannende Zeit und das auch noch jede Nacht.

Alisa Xayalith: Ich glaube die Vorfreude ist das Schlimmste. Unser Tourmanager kommt zwischendurch immer mal wieder in unseren Ankleideraum und sagt: „Alle aufgepasst, noch 30 Minuten“, dann geht er wieder, „noch 15 Minuten“, geht wieder, “ noch 5 Minuten“ und wir rasten alle komplett aus und versuchen noch alle Dinge kurz vor dem Auftritt fertig zu kriegen. Aber sobald wir den ersten Song gespielt haben, spüre ich, dass ich auf der Bühne stehe und in meinem Element bin.

MusikBlog: Gibt es denn etwas was ihr gegen eure Nervosität tut?

Alisa Xayalith: Ich weiß nicht. Es ist ziemlich schwierig mit deiner Nervosität umzugehen wenn du kurz davor bist vor einem Publikum zu spielen aber ich mache dann ziemlich langweilige Sachen wie Tee trinken. Jesse, David und Aaron springen einfach herum um ihre Aufregung aus ihren Körpern zu bekommen.

Aaron Short: Wir hören uns auch immer wieder ein bisschen Musik an bevor wir auf die Bühne gehen, nur um in die Stimmung zu kommen.

MusikBlog: Und was für Musik ist das genau?

Alisa Xayalith: Tanz-Musik!

Aaron Short: Genau, alles was dich ein bisschen aufweckt.

Alisa Xayalith: Ich erwische David immer dabei, wie er Metal-Musik hört.

Aaron Short: Richtig, und Jesse, unser Schlagzeuger, läuft mit seinen Drumsticks durch die Gegend und trommelt einfach auf allem herum, was er finden kann.

MusikBlog: Hört sich ja lustig an. Wo wir grad beim Thema der Tour sind, gibt es einen lustigen oder unvergesslichen Tour-Moment für euch?

Alisa Xayalith: Ja, das wäre sogar hier in der Live Music Hall in Köln. Unsere letzte Tour spielten wir mit Wolf Gang. Da ist ein Piano hinten im Raum und ich kann mich daran erinnern, dass wir nach der Show, die nebenbei wirklich gut verlief, da rumsaßen, Champagner getrunken haben und Elton John Songs gesungen haben.

Aaron Short: Das war unsere letzte Tour-Nacht. So haben wir unsere Europa-Tour im Jahr 2011 beendet. Also ist es ziemlich nett zurück hier in der Live Music Hall zu sein.

MusikBlog: Dann hoffen wir mal, dass ihr heute genauso viel Spaß hier habt. Um jetzt auf ein anderes Thema zu kommen, nach der Tour zu eurem Album „Passive Me, Aggressive You“ seid ihr nach Los Angeles gezogen. Wie beeinflusst der Ort, in dem ihr lebt, eure Musik?

Alisa Xayalith: Das wurden wir schon oft gefragt. Ich glaube, wenn man sich „Passive Me, Aggressive You“ anhört, klingt es auch nicht nach Neuseeland. Also ich glaube die Musik, die wir machen kommt aus unseren Köpfen und unserer Phantasie. Ich kann mich nicht wirklich mit der Theorie anfreunden meine musikalische Phantasie aufgrund von meiner Umwelt zu begrenzen oder zu verändern. Ich glaube aber schon, dass Menschen direkt von der Umwelt beeinflusst werden können. Aber Musik würde ich jetzt nicht so sagen.

Aaron Short: Ich glaub es geht auch viel um die Art und Weise wie wir in L.A. leben. Wenn Leute davon hören, dass Bands nach L.A. gezogen sind, denken sie an den L.A. Rock ’n‘ Roll oder daran die ganze Zeit in Hollywood abzuhängen. Aber so war das für uns nicht. Wir hatten ein kleines, ruhiges Haus in einer eher ruhigen Ecke in Los Angeles wo wir von allem ein bisschen weit weg waren. Wenn wir zum Beispiel nach Hollywood wollten, mussten wir eine ganze Weile fahren. Also es war sozusagen ein kleines Zufluchts-Haus für uns obwohl es halt in diesem verrückten Los Angeles ist.

MusikBlog: Sind die Leute dort komplett anders als ihr sie normalerweise aus Neuseeland kennt?

Aaron Short: Erst einmal gibt es da viel mehr Fast Food.

Alisa Xayalith: Neuseeland und Los Angeles sind sehr polarisierend. Aber in L.A. gibt es einfach die ganzen berühmten verrückten Stars. Und das gibt es in Neuseeland nicht. Das war der große Kontrast für uns. Zu der Zeit als wir in Neuseeland gelebt haben, haben wir uns einfach fremd gefühlt und haben uns nie wirklich in diese Kultur einbezogen, weil wir kein Teil davon sein wollten. Also es kann alles schon ziemlich verschieden sein.

MusikBlog: Welcher Musik-Stil oder welche Musik-Richtung gefällt euch als normale private Person denn am meisten?

Alisa Xayalith: Wir lieben generell die Musik. Ich höre sehr viel Musik und leg mich nicht wirklich auf ein bestimmtes Genre fest. Wenn ich etwas mag, dann mag ich es halt. Ich höre Pop, Klassik, Rock – einfach eine große Vielfalt an Musik. Im Moment liebe ich The 1975. Ich glaube es ist auch einfach schwer nur einen bestimmten Musik-Stil zu hören wenn du selber Musik machst.

Aaron Short: In unserer Band ist es auch ziemlich lustig, denn obwohl jeder seine eigene spezielle Musik hört teilen wir so viele Musik-Vorlieben und zeigen uns gegenseitig etwas, worauf die anderen vielleicht niemals stoßen würden.

Alisa Xayalith: Ich glaube wenn man zu unseren Shows kommt und einen Blick ins Publikum wagt, kann man nicht erkennen wer welche Musik hört, weil es einfach ein so großes, unterschiedliches Publikum ist. Wir haben letztens ein Konzert in Paris gespielt und haben Punks, ein altes Ehepaar und junge Mädels in unserem Publikum entdeckt. Es ist unglaublich, dass all diese verschiedenen Menschen unsere Musik hören. Also wenn ich Musik höre, habe ich das Gefühl, dass es von allem ein bisschen ist.

MusikBlog: Also eher Musik, die eurer ähnelt oder doch lieber etwas vollkommen anderes?

Alisa Xayalith: Eher etwas anderes würde ich sagen.

MusikBlog: Ihr seht euch immer noch als Alternative-/Rock-Band. Wie hat sich euer Sound vom eher Gitarren-orientierten Style auf den ersten zwei EPs im Jahr 2008 zu dem sehr Synthie-fokussierten Style entwickelt?

Alisa Xayalith: Da gibt es immer noch sehr sehr viel Gitarren.

Aaron Short: Das Stimmt, sehr viele. Auf den EPs war es eine vierköpfige Band und hat sehr nach Rock-Band geklungen. Aber als es eine fünfköpfige Band wurde und die Möglichkeit bestand, dass mehr elektronische Aufnahmen gemacht werden konnten, entwickelte sich die Band. Das ist auch der Grund warum wir jetzt ein weiteres Spektrum an Stilen und elektronischen Einflüssen besitzen.

Alisa Xayalith: Da ist diese Situation im Studio wo einfach Lärm entsteht und man nicht sagen kann ob es Gitarren-Geräusche oder Synthesizer sind. Aber meistens sind es dann die Gitarren, vor allem Thoms. Im Grunde genommen sind wir eine Rock-Band und lieben schwere Gitarren-Riffs. Das werden wir immer so beibehalten und ich denke es ist ein großer Teil vom „The Naked and Famous“-Style.

MusikBlog: Euer neues Album „In Rolling Waves“ klingt ziemlich nach eurem Debütalbum. In welchen Bereichen habt ihr euch in den letzten zwei Jahren, eurer Meinung nach, entwickelt?

Alisa Xayalith: Ich glaube wir haben uns sehr entwickelt. Ich meine, mit unserem Debütalbum waren wir für eine lange Zeit auf Tour und haben viele Erfahrungen mit dem touren und Songs schreiben angesammelt. Und als wir mit der Tour fertig waren, haben wir das genommen, was wir gelernt haben und versucht daraus das Beste zu kreieren. „In Rolling Waves“ ist das Ergebnis dazu. Ich finde, das zweite Album ist dunkler und dynamischer. Wir mussten uns nie um die Vereinbarkeit kümmern, weil das Album von den gleichen Leuten produziert wurde und von den gleichen Stimmen gesungen wurde. Die Unterschiede zwischen den beiden Alben sind also festgelegt.

MusikBlog: Und was genau habt ihr vom Debütalbum gelernt?

Alisa Xayalith: Sehr viel. Als wir das erste Album aufgenommen haben, war es meine erste Erfahrung als professionelle Sängerin also wusste ich nicht wirklich wie meine Stimme funktioniert. Es hatte einfach viel damit zu tun mich selbst und meine Stimme zu finden. Ich denke auf „In Rolling Waves“ bin ich selbstsicherer und mir meinem Instrument, meiner Stimme, bewusst. Außerdem bin ich mir über meine Fähigkeiten als Song-Schreiberin bewusst geworden. Ich glaube so ist es auch für Aaron. Man ist sich mehr der Dinge bewusst die man tun oder nicht tun sollte.

Aaron Short: Ich denke, die letzte Produktion war mehr mit einem „Weniger-Ist-Mehr“-Ansatz zu verstehen. Auf „Passive Me, Aggressive You“ gibt es einfach so viele verschiedene Schichten mit teils verrückten und aggressiven Momenten. Bei“In Rolling Waves“ haben wir mehr auf die Details geachtet. Es wurde uns bewusst, dass man nicht fünf verschiedene Lärm-Macher braucht sondern stattdessen einfach einen gut geschriebenen Text braucht um das Gleiche erreichen zu können. Es gab also einige große Unterschiede beim produzieren der Songs.

MusikBlog: Also baut das alles wirklich auf diesem „Weniger-Ist-Mehr“-Prinzip auf?

Alisa Xayalith: Ja genau, so würden wir das sagen.

MusikBlog: Wenn man sich eure beiden Alben und die dazugehörigen Artworks anschaut und dann eure Lichtshow auf der Bühne sieht, fällt uns auf, dass ihr Kreis-Symbole mögt. Warum ist das so?

Aaron Short: Das was wir im Moment auf der Bühne haben, hat unser Licht-Designer Liam entwickelt, der mit uns auf Tour ist. Seine Inspiration war das Artwork zu „In Rolling Waves“, welches von speziellen Leuten entwickelt wurde. Genauso war es auch mit dem Cover zu „Passive Me, Aggressive You“. Ziemlich interessant, wie diese Inspiration von der einen zur anderen Person übergeht. Das zeigt auch die Entwicklung unserer Bühnen-Shows.

MusikBlog: Jetzt kommt auch schon unsere letzte Frage. Wenn ihr keine professionellen Musiker wärt, was würdet ihr jetzt sein und warum?

Alisa Xayalith: Ich würde immer noch versuchen eine Musikerin zu sein. Wahrscheinlich würde ich irgendwas künstlerisches machen, wie malen oder schreiben. Ich kann mir wirklich nichts anderes vorstellen, das ist schon so seit ich ein kleines Kind bin. Da gibt es einfach diesen starken Wunsch in mir etwas zu kreieren.

Aaron Short: Es müsste etwas sein was mit Musik verbunden ist. Irgendwas im IT-Bereich vielleicht, ich hatte immer schon eine Faszination für technische Dinge aber ich hab keine Ahnung was für eine Berufsbezeichnung das wäre. Eine Kombination aus diesen zwei Dingen müsste es sein, das würde mich glücklich machen und mich vor dem Durchdrehen retten.

MusikBlog: Und was ist mit den anderen Bandmitgliedern? Was würden die wohl sein?

Alisa Xayalith: David hat fast eine Abschluss in Meeres-Biologie. Also irgendwas in dieser Richtung oder er würde im Museum arbeiten. Vielleicht ein Natural History Museum.

Aaron Short: Jesse, unser Schlagzeuger, würde auch im IT-Bereich arbeiten. Aber ich denke nicht, dass er damit einverstanden wäre, den ganzen Tag lang am Computer zu arbeiten.

Alisa Xayalith: Und Thom würde genau das gleich sagen wie ich, denke ich.

Aaron Short: Ja, Thom verweigert es einfach, kein Musiker zu sein.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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