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SDP – Bunte Rapublik Deutschpunk

SDP – Bunte Rapublik Deutschpunk

Das Berliner Pop-Duo SDP, bestehend aus Dag und Vincent Stein, hat nach etwas über einem Jahr nun endlich einen Nachfolger zu „Die bekannteste unbekannte Band der Welt“ ins Rennen geschickt und dabei vieles gut und sehr vieles besser gemacht. Gerade letzterer, Vincent Stein, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Beatzarre prägt und trägt seit Anbeginn der Deutschrapzeit den Sound durch seine Produktionen, die nicht nur wegweisend, sondern stets state of the art sind und ihn so zu einem der besten Produzenten des Landes küren. Besonders sein genreübergreifendes Talent und seine internationalen Produktionen, aber auch heimischen wie zuletzt für Max Raabe, Adel Tawil oder den Soundtrack von „Fack ju Göhte“ lassen ihn glänzen.

Ein besonderes und persönliches Anliegen aber ist sein seit 1999 bestehendes Pop-/HipHop-Projekt SDP, das nun mit „Bunte Rapublik Deutschpunk“ wieder von sich reden macht. Diesmal umfasst der Longplayer ganze 17 Tracks und alle Instrumentals – eine hochkarätige Besetzung inklusive. So sind bekannte Rapper wie Bass Sultan Hengzt, Weekend, Eko Fresh mit von der Partie, denen allesamt der Pop-Einfluss verdammt gut steht und dabei einem wesentlich befreiter vorkommen. „Hände hoch“ überzeugt beispielsweise durch eine gekonnte und ausgereifte poppige Produktion, einen eingängigen Refrain, sowie Lyrics mit einen aktuellen politischen Hintergrund. Das alles auf eine super locker-flockige Art und Weise, stellenweise klingen die Vocals gar wie die von Marteria.

Es ist der Gesamtmix aus eingängigen und catchigen Melodien und dem unbekannten Sound, der sie zu Ohrwürmern macht – einer davon ist auf jeden Fall „Tanz aus der Reihe“, der ebenso gut das leichte Punk-Flair und die Partystimmung hervorhebt, welche mitschwingt. „Waffenschein“ erinnert ein wenig an Culcha Candela, aber auch den momentan äußerst erfolgreichen Alligatoah. Deutlich wird das auch auf dem zwar etwas plump scheinenden Song „Wer f****n will muss freundlich sein“, der sich aber inhaltsreicher entpuppt.

Besonders die Bandbreite, in welcher einem Abwechslung geboten wird, ohne dabei einen Bruch zu haben, ist beachtlich und sollte SDP bekräftigen, genauso weiter zu machen. Die Zeit ist Reif für Alternativen und Ausbrüche aus bekannten Mustern und Genres, wie eindrucksvoll Künstler wie Cro und Co. bewiesen haben.

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