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Judith Holofernes – Live im Capitol, Hannover

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Judith Holofernes live im Capitol in Hannover. Ohne Helden. Dafür dachte die Leadsängerin von Wir sind Helden kleiner und buchte nur Clubs auf ihrer diesjährigen Tour. Mehr Intimität, ein überschaubares Publikum – das scheint zu ihrem neuen Album „Ein leichtes Schwer“ besser zu passen als mittelgroße bis große Hallen, in denen die Zuschauer zu einer gesichtslosen Masse verschwimmen.

Als Vorgruppe lud sie die Leipziger Malky ein – eine Band, die sich vielleicht am ehesten zwischen Soul und Elektro finden lässt und die mit Daniel Stoyanov, wie Holofernes selbst in ihrem Blog verlauten ließ, den „wahrscheinlich fantastischsten Sänger, der mir in Deutschland in den letzten Jahren untergekommen ist“ in ihren Reihen weiß. Große Worte für den Support – und der kann das bestätigen. In den 30 Minuten Spielzeit verzaubern die Jungs das kleine Capitol, obwohl Stoyanov laut eigener Aussage leicht erkältet ist.

Pünktlich um 21 Uhr geht es dann los mit dem Hauptprogramm und Holofernes beschwört in „Lose Kanone“ (der B-Seite ihrer Single „Danke, ich hab schon“) mit ihrem schnellen Gesang den alten Heldenstil. Die folgenden Stücke „Nichtsnutz“, „Platz da“ oder auch „Liebe Teil 2 – Jetzt erst recht“ zeigen aber deutlich, dass sie nicht einfach auf dem Erfolg ihrer momentan pausierenden Band aufbauen will, sondern sich vor allem selbst in ihrer Musik ausleben möchte. Zusammen mit dem Publikum bewegt sie sich in ihren Songs zwischen kindlicher Unbedarftheit („Streber raus“) und realen Problemen, die einen in Folge der Elternschaft ereilen. Da sie mittlerweile Mutter von zwei Kindern ist, kann man davon ausgehen, dass solche Texte nicht als Einfangnetz für geplagte Mittdreißiger gedacht ist, sondern tatsächlich mitten aus Holofernes‘ Leben stammen.

Düsterer wird es nur bei „Havarie“, das sich in seiner Stimmung deutlich von den restlichen Liedern abhebt. Das andächtige Lauschen wird durch „Kamikazefliege“ – den ersten Song, den sie je geschrieben hat – jedoch sofort wieder durch schwingende Tanzbeine ersetzt.

Bald darauf erklärt Holofernes, dass sie bisher nur ein Solo-Album veröffentlicht und dementsprechend wenige Lieder im Angebot hätte – kurze Konzerte seien allerdings auch doof. Darum bietet sie über die zweite Hälfte des Konzerts drei übersetzte Coverversionen an, damit der Abend nicht allzu früh enden muss: „Jonathan, der Kellner“ (im Original „Catherine The Waitress“ von Teitur), „Ich will, dass du weißt, dass ich will, dass du glücklich bist“ („I Hope You’re Happy Now“ von Elvis Costello) und „Hätte ich ein Boot“ („If I Had A Boat“ von Lyle Lovett) werden zum Besten gegeben. Außerdem wird in „John Irving“ einigen Autoren minutenlang Respekt gezollt.

Nach zwei Zugaben und anderthalb Stunden ist das Ganze vorbei – beeindruckend lange, wenn man das verfügbare Repertoire bedenkt. Auf Helden-Songs verzichtet Holofernes den ganzen Abend. Gut so! Ihre eigenen Stücke stehen ihr wesentlich besser, als ein immer wiederkehrendes Best Of, auch wenn einige Fans ihre „Aurelie“ sicherlich schmerzlich vermisst haben dürften.

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