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Mac DeMarco – Salad Days – Lässige Gleichmäßigkeit

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Alle geplagten Großstadtexistenzen, die sich in einer Tretmühle aus Arbeit und sozialen Zwangsverpflichtungen befinden, sollten dem Kanadier Mac De Marco dankbar sein, gesetzt den Fall, dass sie dieses Kleinod erst einmal für sich entdecken. Dabei macht der Musiker auf seinem vierten Album „Salad Days“ nicht viel anders als auf den Vorgängern.

Doch, hach wie schön, nimmt sich dieser Jingle Jangle Westcoast-Gitarrenpop aus. Dies hier ist die passende Gelegenheit, um seine Gedanken mal auf entspannenden Urlaub zu schicken. Alles wirkt leicht und luftig, da können auch die Texte nichts dran ändern, die sich gerne in einer leicht verzagten Melancholie bewegen.

Am besten funktioniert diese Musik am Strand einer beruhigten, sonnenuntergangsgeröteten See. Und weil man den nicht immer so leicht bei der Hand hat, liefert Mac DeMarco die maritime Gediegenheit mit seiner Musik gleich mit. Die Grundzutaten sind dabei einfach, aber wirkungsvoll: ein flüssiger Rhythmus, der das Schiff dynamisch aber gemütlich schaukelt und Gitarren, die wie Lichtreflexionen auf der leicht gekräuselten See plingern. Dazu gibt es einen schluffigen Gesang, der niemals grob oder ungestüm wirkt, auch auf dieser Ebene bewegt sich alles in einem gemächlichen Fluss.

Eine unprätentiöse, unaufgeregte Platte ist „Salad Days“ geworden, bestechend durch ihre Gewandheit und Einfachheit. „Salad Days“ will so wenig und zieht einen doch gerade deswegen in den Bann. All die simplen Melodien wie in „Let Her Go“ oder „Treat Her Better“ wiederholen sich gerade oft genug, um zu einem leisen Rauschen zu werden und einen in dämmernden Halbschlaf zu geleiten, dort wo die Wellen mit lässiger Gleichmäßigkeit an Land schwappen. Hier existiert kein Sturm, das Meer scheint nie aufzubrausen, genauso wenig wie die Musik oder der Gesang jemals überbrodeln.

Alles ist entspannt in diesem Traum von Sommertagen irgendwo am Meer. Wie eine Seifenblase legen sich die Songs über die Gedanken und die Wahrnehmung scheint wie durch einen Filter getrübt. Der Kanadier produziert mehr denn je Songs wie in Watte gepackt. Doch hinter diesem Schleier liegt eine Schwüle, die auf den Kopf drückt, Texte, die weit mehr Einsamkeit verspüren lassen, als sich vermuten lässt. Immer wieder tauchen Fragen nach dem auf, was man möglicherweise verloren hat und dem, was man  Unvorstellbares bekommen hat. Der Horizont als immer wiederkehrende Metapher durchzieht die Texte.

Nur zu guter Letzt, wenn das betäubte Gehirn sich dann doch noch einmal aufbäumt, blitzt hier und da die Frage auf, wo die Reise denn noch hingehen könnte? Die Sonnenstrände scheinen langsam abgegrast, und bevor sich Langeweile einstellt, sollte dann doch bald mal eine kleine Wende her. Aber alles zu seiner Zeit und bloß keine Eile, denn Hektik verträgt die nebelverhangene Welt von Mac DeMarco noch nicht.

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