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Courtney Barnett (Credit Memphis Industries)

Courtney Barnett – Sea Of Split Peas – Sehnsucht und Begehren

Als die Australierin Courtney Barnett vor einigen Jahren ihr erstes Album „I’ve Got a Friend Called Emily Ferris“ vorgelegt hatte, konnte der einnehmende, aber doch ziemlich spirituelle Songwriter-Folk überzeugen. Allerdings war den Songs doch eher eine geringe Halbwertszeit beschieden.

Die ist auf der Doppel-EP „A Sea Of Split Peas“ sicherlich noch nicht ganz abgelegt, doch schwingt zusätzlich dieses gewisse Etwas mit. Schon allein im vortrefflichen Auftakt mit dem genauso vorsichtigen wie präsenten „Out Of The Woodwork“ und „Don’t Apply Compression Gently“, das sich als regelrechter Hit entpuppt, spielt Courtney die Karten zu ihren Gunsten aus. Pianotropfen, die nicht von dieser Welt scheinen, die Gitarre, von zartherbem Anschlag getrieben und eben diese endlich vollends ausformulierte Klangfarbe, die zwischen Sehnsucht und Begehren pendelt.

Courtney Barnett mischt ihre intimen Texte sicherlich bevorzugt in schwarz-weißen Tönen, schwelgt aber darüber hinaus in Schönheit. Die Melodiebögen verschmelzen mit dem ausdrucksstarken Timbre der Sängerin und öffnen der vordergründigen Melancholie Tor und Tür. Doch da ist immer auch Stärke und Kraft in den Worten, indem sie die besungenen Abgründe und Zweifel wie selbstverständlich beschreibt, sie sogar verstärkt und in sehnsüchtige Seufzer verwandelt.

Sie sucht ihr Heil im Selbst wie im kraftvollen „History Eraser“, stellt aber auch fest und wagt gar den Ausblick, wohin sie will.“Are You Looking After Yourself“ heißt es und dazwischen „Anonymous Club“ – Titel, die zwischen Hoffnung, Vorausahnung und Resignation abwechseln und in ihrer Einfachheit so vieles auf „A Sea Of Split Peas“ erklären.

Die Künstlerin vertraut auf ein getragenes mittleres Tempo und prachtvoll mollverhangene Arrangements für eine urbane Holzfällerband mit sehr viel Klavier und einigen Bläsersätzen. Bessere und abwechslungsreichere, klüger aufgebaute Songs als die Konkurrenz schreibt Barnett sowieso. „A Sea Of Split Peas“ ist ein Zuhöralbum geworden, ein Werk dessen Vielfältigkeit im Kleinen, im Besonderen liegt. Courtney Barnett vermag es dank ihrer Stimme, den Hörer vollkommen gefangen zu nehmen.

Mehr noch als zuvor aber verweigert sie es, einfach nur zu gefallen. Wohlklang mag der zentrale Kern ihrer Musik sein, immer wichtiger wird ihr jedoch offenbar, dem Hörer die Stimmung ihrer Stücke und ihre eigene Stimmung zu vermitteln und ihm diese Emotionen quasi körperlich spüren zu lassen. Dies macht „A Sea Of Split Peas“ dann doch noch besonders im Vergleich zu früheren Alben.

Kommentare

  1. […] die Australierin Courtney Barnett ebenso zum guten Ton wie ein hohes Maß an Authentizität. Nach zwei EPs veröffentlicht sie nun ihr Debüt “Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just […]

  2. […] cleveres, witziges und berührendes Debüt. Die Australierin hatte vor ein, zwei Jahren bereits mit zwei EP’s und dem Indie-Blogosphären-Hit „Avant Gardener“, samt ulkigem Video auf sich aufmerksam […]

  3. […] cleveres, witziges und berührendes Debüt. Die Australierin hatte vor ein, zwei Jahren bereits mit zwei EP’s und dem Indie-Blogosphären-Hit „Avant Gardener“, samt ulkigem Video auf sich aufmerksam […]

  4. […] Die ersten beiden EPs tackerte Courtney B. mit Heftzwecken zum Full-Length-Album “The Double EP: A Sea of Split Peas” zusammen. Ihre famose Hitwalze „Avant Gardener“, wurde von den Kollegen von Pitchfork […]

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