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Wir zerstören uns ständig selbst – Marlon Roudette im Interview

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Marlon Roudette kommt aus einer musikalischen Familie. Er ist der Sohn von Sängerin Neneh Cherry und dem Produzenten Cameron McVey (produzierte Massive Attack, Portishead und viele andere). Vielleicht war das ein Bonus für den heute 31-jährigen, als er mit seiner Band Mattafix und dem Song „Big City Life“ vor fast zehn Jahren durchstartete. Mattafix wurde zum One-Hit-Wonder und löste sich schließlich auf. Roudette arbeitete weiter an seiner Karriere. Zur Veröffentlichung des neuen Albums „Electric Soul“ hat MusikBlog mit ihm gesprochen.

MusikBlog: Marlon, bist du Sänger, Songwriter oder Pop-Star?

Marlon: Als erstes sicherlich Songwriter. Ich nehme alle möglichen Sachen aus meinem Alltag und stecke sie in meine Lieder. Erst nach dem Songwriter würde ich mich als Sänger bezeichnen und ganz zum Schluss vielleicht als Pop-Star.

MusikBlog: Deine Songs erzählen also Geschichten aus deinem Leben?

Marlon: Natürlich. Für mich sind meine Songs wie eine Biographie. Um als Künstler überzeugend zu sein, müssen die Texte echt sein. Das finde ich zumindest. Ich denke es ist sehr schwierig, eine gute Performance auf der Bühne hinzulegen, wenn man selbst nicht an den Inhalt glaubt, den man vermittelt.

MusikBlog: Welche Songs auf deinem neuen Album bedeuten dir besonders viel?

Marlon: Es sind einige Stücke auf der Platte, die mich tief im Inneren berühren. Ich denke „Hearts Pull“ ist einer davon. Für den habe ich drei Jahre gebraucht und es war schwer ihn fertig zu bekommen. Der Grundgedanke des Textes ist: Wir zerstören uns ständig selbst, um uns wieder neu aufzubauen. Das ist auch ein großes Thema für Songwriter. Es ist genau das, was man durchlebt, wenn man kraftvolle Musik schreiben möchte. Manchmal zumindest. „Too Much To Loose“ ist ein anderer Song, der mich sehr bewegt.

MusikBlog: Darin geht es um deine zweite Heimat, St. Vincent, eine Insel in der Karibik, auf der du den Großteil deiner Jugend verbracht hast.

Marlon: St. Vincent ist das exakte Gegenteil von London. Ich habe da gelebt, seit ich neun Jahre alt war. Als ich 17 war, haben wir die Insel wieder verlassen. Diese Zeit war für mich eine sehr wichtige. Ich habe auf der Insel die Musik entdeckt und bin dort erwachsen geworden. Außerdem habe ich eine andere Perspektive auf die Welt bekommen. Ich weiß, wie es ist, in einem Entwicklungsland aufzuwachsen und zu überleben. Meine Familie war nicht arm, aber um mich herum gab es viele arme Leute. Das war eine gute Schule für mich: Ich habe das, was ich habe, zu schätzen gelernt.

MusikBlog: Auf St. Vincent leben knapp 25.000 Leute. Beschreib mal das Leben dort.

Marlon: Dort gibt es eine fantastische Natur. St. Vincent ist immer noch einer der schönsten Orte, an denen ich je war. Es ist witzig – Ich war auf Tour in Australien und der Promoter sagte mir: „Ich nehm dich mit zum besten Strand, den du je gesehen hast“. Als ich ihn sah, sagte ich nur so: „Mhm… das ist nicht wirklich der beste Strand, den ich je gesehen habe“. Wirtschaftlich gesehen ist St. Vincent aber ganz anders. Die Insel ist immer noch ein Entwicklungsland, sehr ungeschützt und beeinflussbar durch den Westen und die USA.

MusikBlog: In „Too Much To Lose“ singst du, dass du nicht zurückkannst, weil du jetzt zu viel zu verlieren hast. Was meinst du damit?

Marlon: Das ist eine literarische Betrachtungsweise. Ich habe den Song so geschrieben, dass er auch anders interpretiert werden kann. Also, dass es auch um eine Beziehung gehen könnte und nicht um die Insel. Aber es kommt schon von dem Gefühl, daheim sein zu wollen, wenn man nicht die Möglichkeit dazu hat.

MusikBlog: Es war auch sicher eine große Umstellung für dich, nach der Zeit auf der Insel zurück in die Großstadt London zu kommen.

Marlon: Ich bin in meiner Jugend jedes Jahr nach London gereist, um meine Familie zu besuchen. Damals habe ich mich dann richtig gefreut, zurückzukommen. Ich merkte, dass mir die Insel zu klein wurde und wollte neue Erfahrungen machen. Im Bezug auf die Musik war London immer der beste Ort und ist es immer noch. Es gibt so viele talentierte Leute dort, tolle Orte und viel Kultur.

MusikBlog: Deine Inspiration hast du aber von St. Vincent mitgenommen. Dein Sound klingt sehr karibisch. Du hast ja auch einen Reggae-Song auf dem Album. Hast du jemals versucht musikalisch mehr in diese Richtung zu gehen?

Marlon: Ich bin nicht in einer richtigen Reggae-Umgebung aufgewachsen. Ich hab die Sachen immer gehört, aber mich dann dafür entschlossen, eine andere Musik zu machen. Aber mit Reggae-Einflüssen.

MusikBlog: Zum Beispiel die Steel-Pan. Hast du die auch auf St. Vincent gelernt?`

Marlon: Ja, die war das erste Instrument, das ich gelernt habe, mit 12 habe ich damit angefangen. Das war meine musikalische Ausbildung.

MusikBlog: Ist sie schwierig zu spielen?

Marlon: Ich denke nicht. Aber viele Menschen, die sie zum ersten Mal ausprobieren, sagen das schon. Aber das ist bei der Gitarre und dem Klavier genauso. Ich habe die Steel-Pan in fast allen Songs eingebaut. Manchmal hört man sie aber kaum. Da schwingt sie nur ein bisschen im Hintergrund mit.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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