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William Fitzsimmons – Live im GeyserHaus, Leipzig

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William Fitzsimmons hat in Leipzig eine besonders große Fan-Base. Erst im März dieses Jahres stellte der Mann aus Pittsburgh auf einer Solo-Tour sein letztes, immerhin schon sechstes, Album „Lions“ im ausverkauften UT Connewitz vor. Am Freitag machte er auf der zum Geyserhaus gehörenden Parkbühne im Leipziger Norden Station, dieses Mal nicht allein, sondern mit Unterstützung seiner Band.

Der breite Zuspruch in dieser Stadt könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass hier besonders viele Einwohner Lebenshilfe benötigen, schließlich ist Fitzsimmons Psychologe und man könnte seine Konzerte als Therapiesitzung werten. Wahrscheinlicher ist jedoch die Begeisterung für die sensible Musik des Amerikaners, die auf keinen Fall wie Singer/Songwritertum von der Stange klingt. Mit einer Überweisung kam man trotzdem nicht auf das Gelände, ein Ticket war schon nötig und davon wurde ordentlich abgesetzt. Dass es trotzdem noch reichlich Karten gab, lag sicher auch daran, dass das Gelände relativ gut einzusehen ist und das Konzert vollwertig für umsonst verfolgt werden konnte.

Als Jake Phillips, Gitarrist der Begleitband, den Abend eröffnete, befand sich die Stimmung  auf dem Areal gerade auf Niveau des Vereinsfestes einer Gartenanlage. Zum Stimmengemurmel und den Geräuschen spielender Kinder kam noch eine ungünstige Windrichtung, was die Rauchwolken des in Greifweite zur Bühne stehenden Grills zwischen die Zuschauer blies – ein Umstand, den man besonders mit frisch gewaschenen Haaren zu schätzen weiß. Die leisen Stücke von Phillips, thematisch am Hauptact angesiedelt, nordeten die Hörer gut auf den folgenden Auftritt ein. Besonders zu erwähnen sein brillantes „Romeo & Juliet“ Cover von den Dire Straits.

Die Umbaumaßnahmen hielten sich dann auch in Grenzen, erstaunlich aber zu beobachten, wie lange sich ein Techniker mit einer Nebelmaschine beschäftigen kann. Welche Stimmung dieses Gerät an diesem Abend transportieren sollte blieb dann auch nebulös. Um neun betrat der Bärtige das Podest, ein kurzes „Hallo“ und los ging es. Die Aufwärmphase war kurz, spätestens beim 2. Stück „Beautiful Girl“ lauscht das Publikum, einer Andacht gleich, dem leisen, gedämpften Gesang.

Fitzsimmons Songs schütten aus einem Füllhorn Melancholie auf die Hörenden, von Traurigkeit und Schwermut ist der Sänger selbst aber weit entfernt, dient ihm doch die Bühne als Ort, an dem er Glück und Traurigkeit verbinden kann und er dabei wirklich er selbst ist, wie er uns bereits im Interview erzählte. Das war bei jedem Song zu spüren, die Stücke sind weit genug entfernt vom zu sehr Verkopften, sie legen eher einen sanften Mantel erhöhten Kuschel-Bedürfnisses auf und um die Zuhörer.

So plaudert er munter zwischen den Stücken, erzählt dass er „want to make people Hoffnung“, nicht „sad“ sondern eher „creepy“ sei und dass seine Platte „The Sparrow And The Crow“, von dem das folgende „Just Not Each Other“ stammt, seine fröhlichste war, er hatte schließlich gerade eine Scheidung hinter sich. Neben Phillips an den Gitarren hat Fitzsimmons noch Verstärkung für Schlagzeug und Tasten dabei. Am besten harmonieren die Drei, wenn das Tempo etwas angezogen wird, eine dezente, elektrische Verstärkung zugelassen wird und die Stücke in Richtung Pop verschoben werden, so geschehen bei „Lions“, „Fortune“ oder „Fade And Then Return“.

Nach gut 80 Minuten ist Feierabend, aber das Trio lässt sich nicht lange um „a few more Songs“ bitten. Auf dem Weg zum Ausgang sieht dann die ein oder andere so aus, als hätte sie eine Träne der Rührung im Knopfloch, was aber aufgrund des erlebten Konzertes nicht peinlich sein muss.

 

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