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Sinkane – Live im Lido, Berlin

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Ob es an der noch recht überschaubaren Anzahl der Zuschauer lag, dass Nicholas Krgovich mit einer halben Stunde Verspätung die Bühne betrat? Wäre er pünktlich gewesen, hätte er als Support von Sinkane vermutlich vor nur sehr wenigen Anwesenden gespielt. Als es dann schließlich doch irgendwann soweit für ihn war,  blickte er zumindest in kein allzu leeres Lido mehr, in dem die Diskokugel von der Decke strahlend eine ganze Schar an Lichtpunkten auf das Parkett verteilte. Aller Verspätung zum Trotz kam Nicholas Krgovich während seines Sets allerdings nur schwer in Gang und seine gefühlvoll-minimalistisch gehaltenen Songs verpufften ein wenig mitsamt des in die Luft geblasenen Rauches, der sich über die Bühne schlängelte.

Sinkane stellten vorab ihrer Show erst einmal sicher, dass alles an Equipment an seinem Platz und so etwas wie eine Grundordnung für alles Folgende gegeben war, indem die Band rund um Ahmed Gallab alias Sinkane noch einmal kurz zum Soundcheck ausholte bevor sie sich ganz in ihr Set vertieften. Sympathisch, dass eine Band noch selbst Hand anlegt, wenn sie auf Tour ist und ihr Schicksal nicht einem Roadie überlässt. Nachdem alle Kabel an Ort und Stelle lagen, die Instrumente startklar waren und der Show nichts mehr im Wege stand, drängte dann auch das Publikum etwas mehr in Richtung Bühne vor.

Den eingehaltenen Sicherheitsabstand zum Bühnenrand wollte es dann aber doch für die ersten paar Songs nicht aufgeben. Allerdings nur bis Sinkane darauf hinwiesen, dass man doch zusammen eine Party feiern wolle und deswegen jeder etwas näher rücken dürfe. Für die vier Musiker auf der Bühne, die sich gerade mitten in ihrer Europa-Tour zum neuen Album „Mean Love“ befinden, kam dagegen keinerlei scheues Verhalten infrage. Optisch hielt sich das Sinkane-Mastermind Ahmed Gallab zwar mit einem breitkrempigen Hut etwas bedeckt, doch sollte dies nicht für die musikalische Umsetzung der Songs seiner mittlerweile zwei Alben gelten.

Von diesen gab es an diesem Abend im Lido reichlich Material zu hören, das in seiner Vielfalt eine unverkennbare Entwicklung im Schaffen des Mannes deutlich macht, der mittlerweile in New York zu Hause ist. Vom funkigen Debüt „Mars“ mit afrikanischen Rhythmen und einer kreativen Rastlosigkeit hat sich Gallab zu einem Songwriter gemausert, den es auf dem neuen Album „Mean Love“ verstärkt zum Genre der Soul-Musik treibt. Seine sudanesische Heimat spielt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle, nur fällt sie im jetzigen Werk poppiger aus als noch damals in den Anfangstagen seines Projekts.

Ganz der Sound-Perfektionist mit einem guten Händchen für’s Detail schien Gallab während der Show immer mal wieder ein wenig unzufrieden mit dem klanglichen Resultat und warf vor allem seinem Gitarristen ab und zu einen leicht verstimmten Blick zu oder er schüttelte seinen Kopf als könnte er den Frust darüber ungeschehen machen. Dass er auf der Bühne alle Fäden in der Hand hat, bewies er durch häufige Anweisungen an seine Bandkollegen, die ebenso wie er auch hochkonzentriert wirkten. Und doch hatte das, was Sinkane da ablieferten nichts mit einer steifen Performance zu tun. Statt abgespulten Bewegungen und Handgriffen im Automatik-Modus wirkte die Band lässig und Gallab brachte in seinen wenigen Worten an das Publikum seine Liebe zur Hauptstadt zum Ausdruck. Wie ein zweites Zuhause wirkt Berlin auf ihn, der hier mit seinem Label City Slang auch musikalisch seinen Anker ausgeworfen hat.

Und wer sich in seiner zweiten Heimat so wohlfühlt, der leistet sich nebenbei natürlich auch keine stimmlichen Unsicherheiten. Nicht einmal, wenn der Falsett-Gesang eine schwindelerregende Höhe erreicht, wie zum Beispiel im Titeltrack „Mean Love“. Bei seiner Tour zum ersten Album fiel das Set vergleichsweise noch viel funkiger aus, doch auch der verstärkte Schmusekurs mit Soul-Einschlag und die größere Pop-Affinität stehen Gallab ausgesprochen gut. Live überwog letztere zwar ein wenig mehr, doch auch Songs seines Debüts wie „Runnin'“ oder „Jeeper Creeper“ fanden ihren Weg auf die Setlist.

Das bunte Licht der Scheinwerfer fiel mindestens ebenso facettenreich auf die Band hinab, wie deren vielschichtige Songs auf das Publikum, das versuchte die jeweiligen Grooves aufzuschnappen und auch schon mal merklich ausgelassen im Zuschauerraum das Tanzbein schwang. Dass auch Sinkane gewillt waren diese Party nicht mit dem Ende der Show im Club-Inneren zu begraben, zeigte Gallabs Einladung an die Fans ihn doch nach dem Konzert in der Hotel-Bar aufzusuchen und an die Ausgelassenheit anzuknüpfen. Was auch immer dort noch vonstatten ging, sein Heimspiel im Lido lag jedenfalls auch ohne hochprozentige Zugaben im oberen Bereich der Unterhaltungsskala.

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