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Viet Cong – Continental Shelf – Dolle Dröhnung

Achtung! Warnhupen ein, Leuchtfunzeln an! Newcomer-Alarm! Jetzt schon mal den Namen Viet Cong mit schwarzen Herzchen und drei krakeligen Unterstrichen im Poesiealbum vormerken. Das selbstbetitelte Debüt-Album flutscht im Januar aus den Startlöchern. Der neue Clip gurkt ab jetzt durch die Sphären des weltweiten Web. “Continental Shelf” ist ´ne fein daneben schlierende Gitarren-Dröhnung. Finsterer Space-Wave mit Schmackes! Nicht schlecht, Frau Specht. Fanden auch die Kollegen von Pitchfork.com und klebten flott das Label “Best New Track” auf die Kiste: “This one has a strange weather about it: Dark and unwieldy, with stormy dissonance, gloom-drunk melodies, ghostly cheerleader coos, and the brief employment of the “Be My Baby” beat for good measure.” Oder um es mit Fred Feuerstein zu sagen: “Yabba Dabba doo!”

Kommen wir also zum Video. Da gibt´s auch “Yabba”! Mit viel Gabba und drei Heys:

Yabba 1) Regisseur Yoonha Park kurbelte das Teil fein old school-mäßig auf 16 mm-Material runter. Analoge Film-Fusseln spratzeln durchs Bild, dass es eine wahre Freude ist! Und je hochauflösender die Wiedergabe, desto filmischer wird das Gedöns. Wir empfehlen 1080 p für maximale Fussel-Spaß! Wie sagte schon William Shakespeare: “Das Leben ist nur ein wandelndes Schattenbild.”

Gabba 2) 100 Retropunkte für das tolldreiste Einfordern des Asbach-Uralt-Kinoformats 4:3. Mittlerweile hat ja jeder Huns und Floker einen 16:9- Bildschirm. Da ist es doch endlich wieder Zeit für schwarze Balken! “Bidi Bidi! Klick Klick!”

Hey 1) Masken, Mädels, Schäferhunde! “Continental Shelf” stöbert munter im Grusel-Kabinett der Filmgeschichte, bis sich die Balken biegen. Hallo Murnau, altes Schreckgespenst! Argento ahoi! Grüß Gott, Herr Buñuel! David Lynch: “Ich will nicht zu viele Worte darüber verlieren – wenn man nicht gerade ein Dichter ist, werden die Dinge oft kleiner, wenn man über sie spricht.”

Hey 2) Mystery ist Trumpf. Siehe auch Bryan Ferry oder Skrillex. Regisseur Yoonha Park: “Ich wollte, das sich das Video anfühlt, wie eine Filmrolle, die versehentlich in einem Garagen-Sale gekauft wird oder vergraben unter einer Veranda gefunden wird.”  Es schrieb Wilhelm Busch: “Wer hinter die Puppenbühne geht, sieht die Drähte”.

Hey 3) Aber bitte mit Sahne! Neben Mystery und Film History bleibt noch Zeit für bildende Kunst. Sprich: Nackte Ladies unter Hubbel-Bänken und verstörend sinnfreie Stilleben. Und was zum Henker will die haarige Monster-Kralle mit Gerhard Richters Flimmer-Kerzen? Schliessen wir mit Dali:  “Der einzige Unterschied zwischen einem Verrückten und mir ist der, daß ich nicht verrückt bin.”

 Film ab!

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