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Coldplay – Ghost Stories Live 2014 – Keine Live Magie

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Live-Alben, tja was soll man von ihnen halten? Sind diese in der heutigen Zeit überhaupt noch relevant? Die meisten Bands tragen die Songs genau so vor wie sie auf dem Studio-Album klingen. Eben nur live und man hört die Fans im Hintergrund schreien, was manchen Hörer eher nervt als anregt.

Coldplay legen uns nun ihr letztes, sagen wir mal ihr leicht umstrittenes, Werk „Ghost Stories“ also in der Live Version vor. Es gibt keine Lieder von älteren Alben und die Stücke werden auch noch in der exakt gleichen Reihenfolge vorgetragen. Als Trost und Extra zugleich erscheint „Ghost Stories Live 2014“  übrigens auch als DVD und Blu-Ray, somit haben sie wenigstens visuell etwas „Neues“ zum „Alten“ hinzugefügt.

Klingen die Lieder jetzt wesentlich anders, als auf dem Studio-Album? Eigentlich nicht. Also stellt sich jetzt die Frage, wozu dieses Unterfangen gut ist. Wo liegt hier der Sinn? Wer kauft „Ghost Stories“ als Live-Album, wenn es als Studio-Album schon nicht besonders überzeugen konnte und obendrauf, kommerziell gesehen, eine Bauchlandung war? Natürlich die echten Coldplay-Fans, die alles von ihrer Band haben müssen.

Ach ja, fast schon vergessen, es ist ja auch gleich Weihnachten, die Kassen müssen klingeln. Das größte Überraschungs-Stück auf „Ghost Stories“ war ja zweifelsohne „Midnight“, wo Coldplay versuchten wie Kraftwerk zu klingen. Dennoch war es ein mutiger Schritt und sicherlich das aufregendste und vielleicht sogar beste Lied auf dem Album. „Magic“, das wohl noch am meisten nach Coldplay klingende Stück ist auch eine 1 zu 1 Kopie. „A Sky Full Of Stars“ klingt live genau so peinlich wie die Studio-Version. Hier handelt es sich um eine ganze schlimme Euro-Dance Nummer, für die sich Coldplay noch in 20 Jahren schämen müssen.

„Ghost Stories“ war wohl das bisher mutigste Coldplay-Album und auch ein wichtiger sowie richtiger Schritt in ihrer Karriere. Natürlich warteten alle wieder auf ein Schmuse-Album, doch schon alleine „Midnight“ machte diesen Wunsch zunichte.

Leider ist „Ghost Stories Live 2014“ wieder ein überflüssiges Live-Album. Aber diese Spezies sind sowieso seit langer Zeit so überflüssig wie Alice Schwarzer auf dem Playboy-Cover. Die Zeiten, in denen Live-Werke von Bedeutung waren und zu Klassikern mutierten, sind schon lange vorbei. Es gibt und wird keine The Who „Live At Leeds“, Deep Purple „Made In Japan“ oder U2 „Under A Blood Red Sky“ mehr geben. In ein paar Monaten ist dieses Album vergessen und viele Leute werden sich fragen, warum sie dieses Album überhaupt gekauft hatten. Dann doch lieber das Studio-Album, denn da ist mehr „Magic“ drauf als auf dieser überflüssigen Geldmache.

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