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Kodaline – Live in der Muffathalle, München

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Kodaline, die vier – vor allem Frauen sympathischen – Jungs aus Dublin, sind derzeit auf Tour, mit Unterstützung von MusikBlog. Sie spielen nach dem Erfolg in UK vor meist ausverkauften Hallen, die auch nicht gerade die kleinsten sind. Aber auch sie haben klein angefangen, wie Kodaline uns im Interview berichteten. Nun präsentieren sie also ihr neues, zweites Album „Coming Up For Air“ auch in Deutschland, am gestrigen Abend in der Muffathalle in München.

Dass Kodaline Musik hauptsächlich für Frauen (dem starken Geschlecht wie Jochen Distelmeyer sagen würde) machen, wie sie ja auch selber zugeben, erkennt man unschwer am Publikum, das zum Großteil nämlich aus genau diesen besteht. Der Rest sind wollmützen-tragende Jungs, wie man sie aus Hipster-Vorabendserien kennt.

Den soliden Support liefert Andreas Moe, ein schwedischer Singer/Songwriter und Multi-Instrumentalist, der durch seine Zusammenarbeit mit Avicii bekannt wurde. Andreas stimmt mit seinem gefühlvollen, schluchzenden Folk-Pop schön auf das Konzert ein und passt auch von seinem Äußeren gut zum erwarteten Haupt-Act.

Das Kodaline Konzert beginnt mit mehreren Etappen des Dunklerwerdens wie früher im Kino und zunächst mit Shirley Ellis‘ „The Clapping Song“. Nach einer Minute kommt die Band auf die Bühne und die Musik verstummt. Wie Kodaline die Dramaturgie zur Konzerteinstimmung drauf haben, verdient schon Respekt. Ganz offensichtlich haben sie sich (anders als zum Beispiel Mark Lanegan letzte Woche) einige Gedanken gemacht, wie sie auch eine spannende Show bieten können.

Es startet mit „Ready“ vom aktuellen Longplayer und sofort zeigen Kodaline, wo der irische Indie-Rocker den Most bzw. den Cider holt. Der eingängige Hit, der manchmal ein bisschen wie Thees Uhlmanns „Am 07. März“ klingt, erfüllt mit seinem noch gemäßigten Tempo sofort die große Halle bis in den letzten Winkel.

Danach folgt etwas beschwingter „Love Like This“ vom Debüt und sofort singt die gesamte Halle mit. Sänger Steve Garrigan erzählt anschließend aus seiner Kindheit, dass sich die Band schon kennt, seit sie 8 sind usw., und kündigt den passenden Titel „Way Back When“ an. Trotz der hohen Eingängigkeit spürt man doch das Gefühl, das Kodaline in ihre Songs legen und das Ganze klingt sehr authentisch.

Vor „Unclear“ fordert Steve Garrigan dann die Fans auf, ihm doch bitte beim Gesang zu helfen, und zwar bitte auch die ganz hintersten („is it ok also for you guys in the back“?) und so laut jeder kann. Ohne dabei jedoch zu schreien, wie er danach augenzwinkernd hinzufügt, worauf eine Zuschauerin ebenfalls zur Unterhaltung beitragen möchte und laut „I’m screaming“ ruft. Im Laufe des Abends fordert Steve die Massen dann noch mehrmals zum Mitsingen und Tanzen auf („Dance like nobody is watching you..“).

Zu Beginn von „Unclear“ stockt Steve jedoch etwas und gibt dann zu „I just forgot how to sing there“. Niedlich. Dann geht’s jedoch los und der vorherigen Aufforderung zum Mitsingen kommt das Publikum natürlich dankbar und lauthals nach.

Zwischendrin versucht sich Steve dann auch im Deutschsprechen, was ihm mit „Ick komme aus Örland“ und 1-2 weiteren, einfachen Sätzen ganz gut gelingt. Er verspricht, dass sein Deutsch deutlich besser sein wird, wenn sie das nächste Mal nach Deutschland kommen.

Übrigens scheint das Smartphone bei Konzerten dieser Art das neue Feuerzeug zu sein (welches heutzutage ja eh kaum noch einer einstecken hat). Bei „Lost“ werden diese massenweise hochgehalten, um Videos zu machen, was Steve vielleicht dazu inspiriert, die Zuschauer für „All Comes Down“ aufzufordern, ihre Lichter (Taschenlampen-Funktion/App) an den Smartphones anzumachen und diese hochzuhalten. Plötzlich ist die Muffathalle ganz schön hell erleuchtet.

In Ankündigung des Titels „The One“ hält Steve eine weitere Anekdote bereit. Kodaline waren nämlich zur Hochzeit ihres Produzenten Philip Magee eingeladen, hatten aber kein Geschenk und haben deshalb diesen Song für ihn und seine Verlobte Fiona geschrieben. Steve erzählt, wie nervös Kodaline vorher waren und nicht wussten, ob das Paar das Stück mögen würden und sie bei der Hochzeit rausgeworfen werden würden. Aber natürlich mochten Phil und Fiona den Song und es wurde eine schöne Hochzeit. Auch wenn solche Geschichten wie abgedroschene Klischees aus einem romantischen Hollywood-Film klingen, wirken sie doch irgendwie herzlich und liebenswert.

Nach soviel Gefühlen drehen Kodaline dann den Verzerrer zwei Stufen höher und klingen mit „Play The Game“ ein klein bisschen rockiger, bevor dann mit „Brand New Day“ die große Stadionhymne ertönt. Das folgende „Love Will Set You Free“ kündigt Steve Garrigan dann als letzten Song an, jedoch mit Anspielung auf eine mögliche Zugabe: „it may be our last song, or it may be not…“.

Trotz dieser klaren Ansage, verlassen allerdings schon einige den Saal. Es folgen dann tatsächlich aber nur zwei Zugaben, wobei der Abschlusstitel „All I Want“ nach der Verabschiedung nochmal mit der letzten Strophe angestimmt wird.

Man versteht nun, warum Kodaline die Hallen ihrer Tour so füllen. Wie wir ja schon feststellten, haben wir an diesem Abend sicher die zukünftigen Coldplay oder U2 gesehen, oder zumindest die zukünftigen Snow Patrol. Und daran ist doch nichts Schlechtes.

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