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AFX – orphaned deejay selek 2006-2008 – Neues Altes

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Richard D. James hat schon immer nach eigenen Regeln gespielt. Seit der 44-Jährige letztes Jahr mit „Syro“ seine fast dreizehnjährige Aphex Twin-Veröffentlichungspause beendet hatte, scheint er wieder verstärkt Lust zu haben, seine Klangforschungen mit seinen Mitmenschen zu teilen. Denn schon im Januar 2015 erschien mit „Computer Controlled Acoustic – Pt 2“ eine EP mit neuen Stücken. Und kurze Zeit später wurde dann auch wiederum klar, warum die 173 Tracks, die ein anonymer User Anfang 2015 bei Soundcloud hochgeladen hatte, nicht von ungefähr so klangen, wie frühe Aphex Twin-Sachen. James hatte sein reichhaltiges Archiv durchforstet und eine Auswahl davon frei zugänglich ins Netz gestellt.

Auch die jetzt veröffentlichte EP „Orphaned Deejay Selek 2006-2008“ enthält keine neuen Stücke, sondern Material aus dem im Titel angegebenen Zeitraum. Aus seiner nicht gerade kleinen Garderobe von Pseudonymen, wählte er diesmal wieder den AFX-Umhang. Den hatte er zuletzt 2005 getragen. Und während ihm in den Neunzigern die Veröffentlichungen als AFX mit den „Analogue Bubblebath“ und „Hangable Autobulb“-Serien vornehmlich als eher raues experimentelles Ideen-Testfeld dienten, standen die drei Buchstaben 2005 mit der elfteiligen „Analord“- Reihe weitgehend für acidinspirierte Analogjams, bei denen diverse Erzeugnisse des Hauses Roland zum Einsatz kamen.

Zeitmäßig knüpft „Orphaned Deejay Selek 2006-2008“ also schon an „Analord“ an. Musikalisch scheint er aber damals schon wieder einen Ticken weiter gewesen zu sein. Die ersten drei Stücke „Serge Fenix Rendered 2“, „Dmx Acid Test“ und „Oberheim Blacet B2“ basieren zwar auch noch auf Acid-Lines, aber generell ist schon zu merken, dass hier Beat, Rhythmus und Groove mehr in den Fokus gerückt werden.

Das zeigt sich noch deutlicher bei „Neotekt 72“. Mit sechs Minuten das längste Stück auf der EP, sorgt es durch eine originelle Bassfigur für unmittelbare Zuckungen in Richtung Beine. Mit „R8m Neotek Beat“ folgt darauf eine noch minimalere und reduziertere Variation, welche die Funkyness des Grooves noch stärker rausstellt. „Simple Slamming“ ist ein schneller Ritt, der seinen Antrieb ebenfalls wieder durch den Bass erhält. Geradeaus und ohne unnötige Ablenkungen im Sound.

Eigentlich sind auf „Orphaned Deejay Selek 2006-2008″ Richard D. James gradlinigsten Stücke seit langem zu hören. Und das „Deejay“ im Titel kann man dabei durchaus für bare Münze nehmen, denn die Tracks sind generell zu einem großen Teil auch clubtauglich. Mit einer Ausnahme: „Midi Pipe1c Sds3time Cube/Klonedrm1“ ist ein schräges kleines Ding, das mit seinem verhältnismäßig langsamen Tempo und eigenartigen Flötensounds eher wie Ethno-Musik von einem anderen Planeten wirkt.

Tüftelige, funky Soundexkursionen – wie zuletzt bei „Syro“ – findet man auf der EP nicht. Stattdessen relativ klare Ideen, sparsam instrumentiert und auf den Punkt ausgeführt. Hin und wieder mal ein bisschen Spiel an den Filtern. Ein wenig Hall. Aber nichts, was produktionstechnisch zu sehr ausartet und somit die freie Sicht auf den Groove oder den Bass verstellt. Man kann die Stücke auch als Studien, Entwürfe oder vielleicht Fingerübungen werten. Aber auch mit diesen Archivausgrabungen macht Richard D. James wieder klar, dass er mit seiner eigenwilligen, exzentrischen musikalischen Phantasie immer noch sein komplett eigenes Bergmassiv bildet.

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