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Als wir anfingen wollten wir alle nur Teil einer Band sein – Spector im Interview

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Vor drei Jahren sorgten die Jungs von Spector mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Enjoy It While It Lasts“ für viel Aufsehen in der britischen Indie-Szene. Nach der BBC-Soundlist-Adelung, einer umjubelten Jools Holland-TV-Performance und diversen Kniefällen von Seiten der Medien ging es für die Insulaner gar auf große Konzertreisen mit Künstlern wie Suede und Florence And The Machine. Doch statt den Hype zu nutzen, und schnell nachzulegen, zog sich die Band im Anschluss an die ersten großen Feierlichkeiten erst einmal wieder zurück. War man dem Erwartungsdruck nicht gewachsen? Hinterließ der Ausstieg des Gitarristen Christopher Burman größere Spuren? Oder war die Phase des „Abwartens“ gar Teil eines bewussten Entwicklungsplans? Wir nahmen uns Bandsprachrohr Fred Macpherson zur Seite und fragten nach.

MusikBlog: Hi Fred. Euer Debütalbum „Enjoy It While It Lasts“ hat vor drei Jahren einen gewaltigen Spector-Hype auf der Insel ausgelöst. Warum habt ihr nicht zeitnah mit einem zweiten Album nachgelegt?

Fred Macpherson: Da steckte kein Plan dahinter. Wir wollten uns keineswegs zurückziehen. Heute kommen Leute auf mich zu und fragen mich, ob wir dem Druck damals nicht gewachsen waren. Das stimmt aber nicht. Das Ganze hat sich einfach so ergeben. Der Hype war ja damals auch kein Hype im herkömmlichen Sinne. Die Presse hat uns keineswegs abgefeiert. Niemand hievte uns auf den Thron, weil man unser Album so toll fand. Es hieß nur überall: Die könnten mal richtig groß werden. Das hat vielleicht auch dazu beigetragen, dass wir uns letztlich dazu entschieden, nichts übers Knie zu brechen.

MusikBlog: Selbstzweifel?

Fred Macpherson: Nein, das nicht. Wir waren schon überzeugt von unserem ersten Album. Das sind wir auch heute noch. Dennoch hatten wir das Gefühl, dass wir noch nicht ganz da waren, wo wir hin wollten.

MusikBlog: Wo wolltet ihr denn hin?

Fred Macpherson: Als wir anfingen, wollten wir alle einfach nur Teil einer Band sein. Da entsteht dann so eine Art Eigendynamik. Man lässt sich von den Erfahrungen und Erlebnissen einfach treiben. Richtige Musiker wurden wir aber erst nach dem ganzen Trubel um unser Debütalbum.

MusikBlog: Wann wurde euch diese Erkenntnis bewusst?

Fred Macpherson: Das war ein schleichender Prozess. Wir waren nach der Veröffentlichung von „Enjoy It While It Lasts“ lange Zeit auf Tour. Dann kam der Ausstieg von Christopher. Ich denke, dass diese Phase ein Knackpunkt war.

MusikBlog: Christopher Burman war euer Gitarrist. War er auch ein Fremdkörper?

Fred Macpherson: Nein. Wir sind immer noch gute Freunde. Es hat einfach musikalisch irgendwann nicht mehr richtig funktioniert. So etwas passiert. Das Ganze hat uns mental aber erst einmal ziemlich weit zurück geworfen. Die Erkenntnis, dass sein Ausstieg letztlich einer musikalischen Befreiung gleichkam, kam erst Monate später. Plötzlich merkten wir, dass wir als Quartett viel besser harmonierten. Das hat uns allen nochmal einen Kick gegeben. Jeder hat sich intensiv mit sich selbst und den Visionen innerhalb der Band beschäftigt. So entstand ein Reifeprozess.

MusikBlog: Ihr habt also nie mit dem Gedanken gespielt, Christophers Lücke zu füllen?

Fred Macpherson: Nein. Die ersten Wochen waren emotional sehr hart für alle Beteiligten. Während dieser Zeit konnte keiner von uns einen klaren Gedanken fassen. Wie gesagt, wir waren richtig dicke Freunde, und sind es auch heute noch. Irgendwann waren wir aber wieder bereit. Und es funktionierte – sogar besser denn je. Das haben wir dann auch nicht mehr weiter hinterfragt. Wir haben nach vorne geguckt und uns auf unser zweites Album konzentriert.

MusikBlog: Das gute Stück heißt „Moth Boys“ und steht dieser Tage endlich in den Startlöchern. Mir kam zu Ohren, dass ihr bereits mit den Aufnahmen angefangen habt, noch ehe alle Songs fertig waren. Stimmt das?

Fred Macpherson: Ja, das stimmt.

MusikBlog: Eine ziemlich ungewöhnliche Vorgehensweise.

Fred Macpherson: Nun, wir haben einfach immer dann mitgeschnitten, wenn es gepasst hat. Ich glaube, wir waren insgesamt 18 Monate im Studio. Natürlich nicht jeden Tag. Aber es war schon eine verdammt lange Zeit. Wir wollten uns aber nicht unter Druck setzen lassen. Also haben wir die Dinge einfach laufen lassen. Während so einer langen Zeit reifen natürlich unendlich viele Ideen. Es wäre schade gewesen, wenn sich das eine oder andere Juwel während dieser Periode wieder aus unseren Köpfen verabschiedet hätte.

MusikBlog: Wie würdest du denn das neue Album musikalisch einordnen? Vor allem im Vergleich zu eurem Debütalbum.

Fred Macpherson: Es klingt definitiv anders. Die Veränderungen hört man aber eher unter der Oberfläche. Inhaltlich ist es sicherlich etwas düsterer. Dafür ist der Sound positiver.

MusikBlog: Wie doll darf sich euer Produzent Duncan Mills (Jake Bugg, Jamie Cullum) dahingehend auf die Schultern klopfen?

Fred Macpherson: Er darf sich auf jeden Fall ordentlich feiern lassen (lacht). Er hat einen tollen Job gemacht. Die Platte klingt genauso, wie wir es uns erhofft haben. Insofern: Good Job, Duncan!

MusikBlog: Im Oktober geht’s wieder auf Tour. Bisher sind nur britische Dates bestätigt. Kommt da noch mehr?

Fred Macpherson: Das hoffe ich doch sehr. Ich weiß, dass wir gerade bei euch in Deutschland eine eingeschworene Fangemeinschaft haben. Denen wollen wir natürlich nichts vorenthalten.

MusikBlog: Aber Genaueres weißt du noch nicht?

Fred Macpherson: Nein, leider nicht. Aber unser Management und unser Label arbeiten daran. Vielleicht klappt es noch im Winter. Vielleicht aber auch erst im Frühjahr. Wir werden sehen. Wir müssen jetzt erst einmal gucken, wie das Album überall so ankommt.

MusikBlog: Dann hoffe ich mal für eure deutschen Fans, dass es so richtig durchstarten wird.

Fred Macpherson: Das wäre großartig.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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