Backyard Babies – Four By Four – Licht und Schatten

Die Backyard Babies waren einst eine ziemlich große Nummer im skandinavischen Schweinerock-Zirkus. Neben Bands wie den Hellacopters, Turbonegro und Gluecifer hielt das flächendeckend tätowierte Quartett aus dem schwedischen Nässjö Mitte zu Beginn des neuen Jahrtausends die Kick-Ass-Rock-Fahne hoch. Nach einer kreativen Krise konnte die Band vor sieben Jahren noch einmal an ihre Glanzzeiten erinnern. Doch statt den Drive zu nutzen und den zweiten Frühling einzuläuten, verordnete sich das Kollektiv lieber eine siebenjährige Auszeit. Nun will man den Kreis endlich schließen. Dabei helfen sollen neun neue Songs, die unter dem “Four By Four”-Banner alles in den Topf werfen, was die Band eins groß werden ließ.

Es wird wieder gerotzt (“Th1rt3en Or Nothing”), gerockt (“I’m On My Way To Save Your Rock’n’Roll”) und gerollt (“White Light District”, “Piracy”). Mit spritzigen Harmonien und punkigen Vibes im Schlepptau wecken die Backyard Babies während der flotten Momente ihres Comeback-Albums durchaus Erinnerungen an Zeiten, in denen die Band noch mit etablierten Szene-Größen wie Alice Cooper, AC/DC und Social Distortion unterwegs war.

Leider reicht die Luft aber nicht mehr für eine komplette Spielzeit. Die eher halbgaren Bon Jovi-Verweise “Bloody Tears” und “Mirrors (Shall Be Broken)” lassen ebenso Ecken und Kanten vermissen wie die beiden Bubblegum-Punk-Filler “Never Finish Anything” und “Wasted Years”.

Mit dem siebenminütigen Sleaze-Kniefall “Walls” schütteln die Schweden zum Finale hin noch einmal ein trocken groovendes Ass aus dem Ärmel. Das war’s dann. Nach neun Songs ziehen die Backyard Babies wieder den Stecker und verabschieden sich in eine Grauzone. Zwischen Licht und Schatten pendelnd hinterlässt der Wiedereintritt in die Rockatmosphäre einen So-lala-Eindruck. Hätte man vielleicht noch ein Jahr länger die Beine baumeln lassen sollen? Oder ist der Zug vielleicht doch schon abgefahren? Ich bin mir unsicher. Was meint ihr?

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