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Die Nerven – Out

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Ob Die Nerven ihres Bandnamens inzwischen überdrüssig sind, ist nicht überliefert. Doch gehört es zum Wesen einer jegliche Zukunft ausblendenden Jungspundigkeit im Rock, gerade darauf zu scheißen; und so schauen die meisten verdienten und etablierten Rock-Bands, auch die ganz großen, wie die Arctic Monkeys oder die Foo Fighters, später zurück und geben oftmals kund: Was haben wir uns dabei bloß gedacht, naja, nun ist’s zu spät.

Auch bei der derzeit besten deutschen Post-Punk-Band musste die ihr zugeneigte Kritik beständig darauf hinweisen, dass man sich von diesem kindischen Namen keineswegs in die Irre führen lassen dürfe. Ein ewiger Kreislauf, der genreübergreifend funktioniert, man denke an die jungen Jazz-Durchstarter GoGo Penguin und ihr, ähem, durchdachter, vielschichtiger Bandname.

Mit dem dritten Album hat es sich nun endlich weitgehend herumgesprochen, dass wir es hier mit einem Stuttgarter Trio zu tun haben, welches eines der wenigen substanziellen, von der Kritik gefeierten deutschsprachigen Beispiele im härteren Rock darstellt. Julian Knoth, Max Rieger und Kevin Kuhn gönnen sich nach dem Kritikerliebling „Fun“ vom letzten Jahr nicht viel Zeit zur Reflektion und bringen pünktlich zur grau-schweren Herbstlichkeit ihr drittes Album „Out“ heraus.

Und wieder: Bei Knoth und Co. klingt der Grundton Moll nicht aufgesetzt, nicht wie ein Teil einer schizophrenen, sich selbstverwirklichenden, laut beklagten First-World-Problemhaftigkeit, bei ihnen kommt die Trauer tragende Wut aus der gesellschaftlichen Mitte. Stuttgart und das wirtschaftlich, politisch und ökologisch perfekte Baden-Württemberg konnten diese gelungene deutsche Frucht des Widerspruchs wesentlich besser generieren, als die Spaß- und Unverbindlichkeitshaifischbecken Berlin und Hamburg.

Die Gitarre sägt sich durch die Raumzeit als wolle sie Thurston Moore Danke sagen, das Schlagzeug scheppert keinen tanzbaren Optimismus, sondern bebildert die Verlogenheit unserer Welt, der Bass verbreitet, was ein echter Bass im Punk verbreiten muss: Plausiblen Schwermut. Bisweilen will sich „Out“ sogar mit Nirvanas sträflich unterschätztem Indie-Debüt „Bleach“ verbrüdern.

Es sind wieder eine Menge Dinge formidabel auf einem Die Nerven Album. Es bleibt ihr einziger Schwachpunkt der Gesang. Der trägt zu wenig, der berührt nicht tief genug, der kann schlicht und ergreifend zu wenig. Doch dran bleiben, Julina Knoth, dass wird schon noch. Ein Josh Homme hat auch Jahre gebraucht, und hör’ dir an wie er jetzt singt.

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