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The Garden – Haha

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Wyatt und Fletcher Shears aus Orange genießen eigentlich noch Welpenschutz. Doch das neue Album „Haha“ ihrer Band The Garden wirkt stilistisch bereits so souverän, dass man es durchaus schon an den Wolfshunden der Punk-Szene messen kann. Und das, obwohl das neue Material der Kalifornier erneut ohne Gitarre auskommt und im Vergleich zum bissig-rohem Vorgänger so klingt, als könnte man den beiden langsam den Maulkorb abnehmen. Und der Hund auf dem Cover sieht ja auch gar nicht mal so gefährlich aus.

Es ist schon bemerkenswert, wie innovativ die Zwillingsbrüder Post-Punk umdenken und so dem postmodernen Pessimismus trotzen, der davon ausgeht, dass alle erdenklichen Genres bereits entdeckt worden sind. Als „Vada Vada“ will Sänger und Bassist Wyatt Shears die Musik von seiner seit 2011 aktiven Band begriffen wissen. So hieß bereits ein Song der letzten LP und für diesen impressionistischen Ansatz hat er sogar schon eine Definition parat: „An idea that represents pure creative expression, that disregards all previously made genres and ideals“. Ähnlich selbstbewusst gibt sich auch der Opener: „This is my life and this is how I chose to live it, take control of your life, stand up straight and shake a hand.“ Und dahinter steckt nicht nur Gekläffe.

Denn das Duo erzeugt mit seinen minimalen Mitteln einen distinktiven Klang, der schnell deutlich macht, dass das Post-Etikett im Grunde deplatziert ist. Es geht den beiden schließlich um das noch nicht Gezüchtete, das Originäre und Erfinderische. Klassifizieren kann man die wahnwitzigen Songs, die selten die Zwei-Minuten-Marke überschreiten, tatsächlich nur schwer. Die Brüder wollen ihr Revier nicht nur verteidigen oder markieren, sondern auch erweitern. Und so synthetisieren die Shears ihren Bassgitarren-Rock mit klebrigen Synthies, die eindeutig von Wyatt´s Soloprojekt Enjoy inspiriert sein dürften. Fletcher kommt dabei der große Verdienst zu, ein Live-Schlagzeug so zu spielen, dass man hinter dem Drum-Kit vorproduzierten Trap vermutet. Den Eindruck hat man zumindest bei „Jesters Game“ und „Everything Has A Face“. Generell ist ein deutlich flapsiger Einschlag von UK-Bassmusik identifizierbar.

Die beiden haben mittlerweile wohl größere Spaziergänge hinter sich und ihren Soundfundus dadurch deutlich erweitern können. Das hat bereits die EP „Rules“ angekündigt, deren Opener mit Drone-Tendenzen neue Wege einschlug. Dagegen versprach ihr Albumdebüt „The Life And Times Of A Paperclip“ zwar auch schon viel Potential, wirkte aber doch eher eindimensional. Mit „Haha“ können The Garden ihre beiden Veröffentlichungen noch einmal toppen. Die Bassläufe wirken so energetisch und wendig, dass Wyatt beim Einspielen die Pfoten geblutet haben dürften und die Beat-Wechsel sind so minutiös gestaltet, dass man sich ernsthaft fragt, was man den beiden in den Futternapf gemischt hat.

Nicht zu vergessen der Gesangstil, der alles andere als punk-konventionell anmutet. Vor allem im Titeltrack wittert man einen leichten Rap-Ansatz von Wyatt, der seine Lyrics überbetont, einen Hang zu Spoken Words hat und zwischenzeitlich auch ein wenig bellt. „Cloak“ ist quasi der Terrier-Track. Man könnte darüber diskutieren, ob sich das nicht ein wenig am jungen Iggy Pop orientiert. Zumindest steht aber eindeutig außer Frage, dass The Garden keine Rudeltiere sind. Dafür sind sie zu eigenwillig. Dank der konzentrierteren Produktion sind sie nun auch noch stubenrein geworden.

Was allerdings nicht garantiert, dass Bissattacken ausgeschlossen sind. Die wollen nicht nur spielen. Bei dieser Band muss man sich in Acht nehmen. Ein spannendes und extrem frisches Album.

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