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Es war das Zeitalter der ganz Großen – The Jezabels im Interview

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Nach der jahrelangen Ausschlachtung der 70s-Überbleibsel geht es dieser Tage vermehrt den Sounds der Achtziger an den Kragen. Dabei verdienen sich nur wenige Produktionen das Prädikat wertvoll. Eine der wenigen Bands, die es schaffen, das Erbe des Jahrzehnts der kunterbunten Overalls und Bundfaltenhosen unbeschadet in die Neuzeit zu transportieren, stammt aus dem fernen Sydney. Seit knapp zehn Jahren schmiegen sich The Jezabels an die Opulenz von flächendeckenden Synthiewellen und ekstatischen Stimmungen. Mit ihrem neuen Album „Synthia“ treiben es Hayley Mary (Gesang), Samuel Lockwood (Gitarre), Heather Shannon (Keyboard) und Nik Kaloper (Schlagzeug) nun auf die Spitze. Wir trafen Sängerin Hayley Mary in Berlin und plauderten über spontane Eingebungen, neues Equipment und die Magie der Achtziger.

MusikBlog: Hayley, ich war etwas überrascht, als ich hörte, dass ihr ein neues Album am Start habt. Wolltet ihr nicht eine Studiopause einlegen?

Hayley Mary: Ja, eigentlich schon. (lacht) Dann hatten wir aber die Chance, eine Show außer der Reihe zu spielen. Und während der Proben kam dann eins zum anderen. Wir jamten ein bisschen rum, und so entstanden plötzlich vier halbfertige neue Songs. Wir guckten uns an und fragten uns: Warum sollten wir jetzt aufhören? Also riefen wir unseren Produzenten Lachlan Mitchell an, fragten ihn, ob er Zeit für uns hätte und spielten einfach weiter drauf los. Ein paar Wochen später standen wir bereits alle im Studio und nahmen auf.

MusikBlog: Und die eigentlich geplante Pause?

Hayley Mary: Die fiel dem unerwarteten Tatendrang zum Opfer. Man darf solche Zeichen nicht einfach übergehen. Das wäre fahrlässig. Musik ist nun mal nicht planbar. Wenn die Ideen kommen, kann man sich nicht einfach hinsetzen und sagen: ich habe jetzt keine Zeit dafür. Man muss es auskosten und versuchen, jeden Moment davon festzuhalten. Genau das haben wir auch getan.

MusikBlog: Sind das die Momente, die euch nach zehn Jahren im Business noch überraschen?

Hayley Mary: Absolut. Das ist ja das Schöne an der ganzen Sache. Man weiß eigentlich nie, was der nächste Tag bereithält. In diesem Fall waren es halt unzählige spontane Eingebungen und Ideen. Das fühlte sich großartig an.

MusikBlog: „Synthia“ klingt für mich wie der Abschluss eines Kapitels. Meiner Meinung nach präsentiert sich das Album wie die Perfektionierung eurer bisherigen musikalischen Entwicklung.  Seht ihr das ähnlich?

Hayley Mary: Oh, ich weiß das Kompliment durchaus zu schätzen. Aber ich denke, dass wir uns immer noch in einem Prozess befinden. Für uns ist das Kapitel noch lange nicht abgeschlossen. Es ist keinesfalls so, dass wir das Gefühl haben, an einem Wendepunkt angekommen zu sein. Ich glaube, dass da noch mehr geht.

MusikBlog: Vielleicht mit der Anschaffung eines weiteren neuen Synthesizers?

Hayley Mary: (lacht) Ja, ich weiß, worauf du hinaus willst. Heather kann manchmal nur schwer Nein sagen.

MusikBlog: Habt ihr euch auch deshalb für den Albumtitel „Synthia“ entschieden?

Hayley Mary: Nun, dem Albumtitel liegen zwei Entwicklungen zu Grunde. Da wäre zum einen Heathers neuer Synthesizer. Zum anderen war da noch der Wunsch, dem Album einen grundlegenden weiblichen Touch zu geben. Ich wollte, dass wir dem Album einen Frauennamen geben. Heather kam dann irgendwann mit einem Song mit dem Arbeitstitel „Synthia“ daher. Der Titel brachte mich dann auf die Idee, das komplette Album so zu nennen. „Synthia“ klingt wie eine Mixtur aus beidem. Die Klangfarbe eines Frauennamens und die eines neuen Instrumentes: Das passte perfekt.

MusikBlog: Warum der Frauenname? Welche Geschichte steckt dahinter?

Hayley Mary: Früher hatten es Frauen im Business ungemein schwerer. Sicher, es gab auch Ausnahmen wie Madonna und Cyndi Lauper. Aber der Großteil der Sängerinnen wurde nur belächelt. Männer waren stark, rebellisch und authentisch. Frauen hingegen durften maximal synthetisch rüberkommen. So funktionierte Rock- und Popmusik vor allem in den Achtzigern. Mittlerweile hat sich das Blatt aber gewendet. Frauen stehen heutzutage in der Musikbranche genauso im Fokus wie Männer. Mit unserem neuen Album wollen wir diese Entwicklung feiern.

MusikBlog: Apropos Achtziger: Was fasziniert euch eigentlich so an diesem Jahrzehnt?

Hayley Mary: Ich bin kein Fan von Stagnation. Ich liebe es, wenn sich Dinge verändern. Und die Achtziger haben sich musikalisch ständig verändert. In diesem Jahrzehnt sind so viele Genres erwachsen geworden. Und jede Branche wollte sich durchsetzen. Das hat mich fasziniert, und fasziniert mich auch heute noch. Trotz aller Ellbogen war viel Positivität vorhanden. Metal, New Wave, Punk, Synth-Pop, Goth: Jede Szene strotzte nur so vor Selbstvertrauen und Energie. Und es war natürlich auch das Zeitalter der ganz Großen. Michael Jackson, Madonna, David Bowie, Queen: Sie alle feierten in den Achtzigern ihre größten Erfolge.

MusikBlog: Ihr habt auch schon viel erreicht. Ihr wart mit großen Bands unterwegs, eure Alben haben die Charts geknackt und ihr habt auch den einen oder anderen Award bei euch daheim im Proberaum stehen. Was bedeutet euch Erfolg?

Hayley Mary: Natürlich freut man sich, wenn man merkt, dass die Menschen die eigene Arbeit wertschätzen. Aber Erfolg ist nicht unser Antrieb. Vielleicht würde ich heute nicht mit dir über unser neues Album sprechen. Aber ich bin mir sicher, dass wir auch ohne den zurückliegenden Erfolg heute noch gemeinsam Musik machen würden.

MusikBlog: Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Fühlt es sich auch so an?

Hayley Mary: Es gibt solche und solche Tage. Manchmal übernimmt die gewonnene Erfahrung das Ruder. Dann ist man dankbar, weil man weiß, dass man wahrscheinlich die richtigen Entscheidungen trifft. Dann gibt es aber auch wieder Tage, da wacht man morgens auf und kann das alles gar nicht so richtig begreifen. Dann fühlt es sich so an, als wäre der erste große Auftritt erst gestern gewesen. Alles rauscht dann vorbei. Man fühlt sich wie in einer Blase. Aber egal: Es ist immer ein tolles Gefühl, verbunden mit viel Demut und Dankbarkeit. Wir wissen das große Ganze sehr zu schätzen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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