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The Last Shadow Puppets – Everything You’ve Come To Expect

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Es ist eine verdammte Krux. Greift man tief in die rappelvolle Indie-Rockkiste und zieht eine Perle mit dieser vor übertriebener Coolness triefenden Stimme heraus, prangt das wertige Prädikat „Alex Turner“ drauf – und schält sich das Bild von ganz viel Pomade, schmissiger Rock’n‘Roll-Attitüde und jugendlicher Schnoddrigkeit vor das innere Auge.

Doch hinter dem zweiten Wurf des langjährigen Nebenprojektes The Last Shadow Puppets steht weitaus mehr, als nur ein blutig ausschlachtender Arctic Monkeys-Abklatsch. Dahinter stehen Namen – große Namen. Dahinter stehen Gesten – ausholende, dramatische Gesten. Dahinter stehen alte Gewohnheiten – eben „Everything You’ve Come To Expect“, nach acht langen Jahren trostloser Abstinenz.

Und hinter die mittelhohen Erwartungen an den 2008er „The Age Of The Understatement“-Nachfolger darf recht gewissenhaft ein dicker, protziger Haken gesetzt werden. Miles Kane, Alex Turner: Das ist Liebe auf den ersten Lauschmoment.

In den in die Lande gezogenen Jahren reifte nicht nur die jeweils eigene, verrückte Fanbase beachtlich, sondern auch der gewohnte schmissige Indie-Rock-Sound der beiden Sprosse. Mit ihrem jugendlichen Leichtsinn entsprangen sie der viel umsponnenen Sheffielder Musiklandschaft und gelten als unverbesserliche Auswüchse der dortigen Szeneschule, in die nur die lässigsten DramatikerInnen kamen.

Doch rockende Dramatik hin, rollende Dramatik her: The Last Shadow Puppets sollten eben auch Turners gut versteckte Fähigkeit zur Reife aufzeigen. Für schlüpfrige Text-Liebeleien und einen feuchten Deut gebende Promotionattitüden ist jedoch auch nach einer stattlichen Dekade unfeiner englischer Musikgeschichte ordentlich Platz. Knorrige Altersweisheit hält mit dem Zweitling nicht Einzug.

Stattdessen schälen sich die elf Tracks ausladender, raumgebender und verdammt stolz aus der gewohnt kurzen Platte. Ausschnittsweise könnten die Songs auf einem nächsten Arctic Monkeys-Album aufkreuzen, wäre da nicht Owen Pallett: Der Mann für die orchestralen Gänsehaut-Momente. Das meisterliche und pompöse, kurz an Ezra Furmans Studiotür pochende „Bad Habits“ wartet mit cineastischen Streichern auf, welche die fulminanten, gestrichenen Arrangements unter Palletts Meisterfittichen neben den kleinen und großen Momenten der Platte auf die Spitze treiben. In spitzer Theatralik panieren und wenden die hier bespielten Saiten die kreischende Atmosphäre der spritzigen Bandbesetzung.

Die Arme empor reißen lassende Theatralik und breitbeinige Coolness vertragen sich gut: Mit schmissigen Breakbeats, ausladenden Streicherarrangements, ganz viel 60er Jahre-Attitüde und pompöser Gediegenheit schaffen die Herrschaften einen Vintage-Raum, an dem die vergilbte Blümchentapete neben hochmoderner Technik keinen inkonsequenten Stilbruch darstellt.

„The Dream Synopsis“ rollt schlussendlich die bewegte Vergangenheit mit einem verhuschten Blick in die Zukunft auf – woher kommen wir, wohin führt der weitere Weg? The Last Shadow Puppets jedenfalls stammen aus Sheffield, gingen mit Ideen und Hoffnung nach L.A. – und lassen sich künftig hoffentlich ausgiebig auf deutschen Bühnen blicken.

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