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Trümmer – Interzone – Zwischengänger

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So innovativ wie es 2014 aus der neuen deutschen Diskurs Pop`n Roll Hoffnung Trümmer auf deren Debut heraussprudelte, war es beinahe sicher, dass ihr Nachschub nicht lange auf sich warten lassen würde. Nun gibt es „Interzone“, eine Platte entstanden unter den Eindrücken in der Grauzone zwischen dem „Glitzern der Nacht“ und dem erwachenden Tag, in den Zeiträumen zwischen Gig, Auszeichnung und den Leuchtreklamen der „Neoncity“.

War auf dem Vorgänger noch die introvertierte Bestandsaufnahme der Generation Y die zentrale Säule, wendet sich der Fokus jetzt anderen Randthemen zu. Keine „If you want to fight the system, you have to fight yourself“ Parolen, es dreht sich um den Reiz des Rausches, um den „Something In Between“ Zustand, durch den man „Wie betrunkene Astronauten“ schwebt.

Der inhaltlichen Wendung folgt auch der Sound. Weniger kratzbürstig, geschliffener, über weite Teile poppig sind die Arrangements. Das hat damit zu tun, dass das Material nicht live, sondern unter klassischen Studiobedingungen eingespielt wurde. Zudem hat Produzent Helge Hasselberg das Trio zum Quartett erweitert und damit der musikalischen Bandbreite neue Möglichkeiten eröffnet.

Trotz aller Eingängigkeit bleibt genügend Platz um alle prägenden Inputs nach Lust und Laune in die Songs zu packen. Pop, Rock, Wave und natürlich Post Punk – die Liste der identifizierbaren Bestandteile ist lang, als Urheber der fertigen Songs bleiben Trümmer immer erkennbar. Entscheidenden Anteil am Corporate Design hat auch das lakonisch Fiebrige in der Stimme von Paul Pötsch, welche Sehnsucht, Rebellion und Aufbruch in sich vereint.

In diesem Sinn eröffnet „Wir Explodieren“ die Platte. Und explodieren wird dieses Stück ganz sicher auf jedem Quadratzentimeter Indie-Disco. Ein bisschen wie „Die Erwachsenen“ auf dem letzten Tocotronic Album wird hinterfragte Autorität in ein tanzbares Format gepackt, „Wir sind die Kinder, vor denen uns die Eltern warnten“ singt Pötsch in dieser Hymne auf pädagogisch Wertloses.

Eine funky Bassline von „Nytroglyzerin“ lässt Die Sterne leuchten, „Grüße aus der Interzone“ bekämpft garagenrockend Depression und Antriebslosigkeit, aus dem cool polierten „Dandys im Nebel“ schwappt jede Menge Ja, Panik – weit voneinander entfernt sind beide Bands in Gestik und Attitüde ohnehin nicht.

Je länger die Platte läuft, desto mehr löst sich die Eingängigkeit ihres Auftakts auf. Der Klang wird rauer, das zornige „Europa Mega Monster Rave“ (ein Stück aus ihrer im letzten Jahr aufgeführten Punk-Oper „Vincent“) gibt Gas, die lärmende High Speed Nummer „05:30“ klingt so roh wie „Gin Tonic & Wodka Soda“ im Anschluss dreckig.

„Wozu Noch Angst“ fragt das letzte Stück der Platte. Vor der Musik der Herren Pötsch, Kasper, Fenski und Hasselberg muss man die jedenfalls nicht haben.

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