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Band Of Skulls (Credit BMG)

Band Of Skulls – By Default

Heureka! Die Skulls haben noch nie schlecht geliefert, allenfalls konnte man ihren traditionsbewussten, innovationsarmen Blues Rock gestrig finden. Aber was das britische Trio auf ihrem vierten Album veranstaltet, darf getrost als ganz großes Rock’n’Roll-Tennis gelten.

Für Matt Hayward, Emma Richardson und Russel Marsden ist eine Ära zu Ende gegangen: Die ihrer Albumtrilogie (die Cover von „Baby Darling Doll Face Honey“, „Sweet Sour“ und „Himalayan“ zeigen die konzeptuelle Verwandtschaft hübsch an), die ihres alten Labels, und darüber hinaus scheinbar generell die Ära ihrer alten Bescheidenheit.

Natürlich hat sich eine der konstanteren Rockbands da draußen nicht komplett neu erfunden, aber die Band Of Skulls waren bis dato immer eher die Schüchternen auf dem Pausenhof der School Of Rock.

Jetzt, mit „By Default“, schwimmen sie sich frei, werden Hayward, Richardson und Marsden souverän und scheuen nicht mehr die große Geste, die große Hymnik und die ambivalente, große Rock-Pose.

Mit Gil Norton an den Produzentenreglern, einer verdienten Größe im Biz, siehe seine Arbeit für Pixies, Foo Fighters, Patti Smith, trägt sich der lässige „läuft bei mir“-Jutebeutel aber auch durchaus leichter. Mit ihm schusterte man zusammen, was die aus Southhampton stammende Band in zwei dortigen Kirchen an Grundmaterial aufgenommen hatte.

Die Vielseitigkeit ihres Rocksounds ist es, welche „By Default“ noch ein Stück weiter von ihren keineswegs schlechten ersten drei Alben distinguiert. Funk, Blues, Ballade, Stadion-Stomper und immer wieder ihr gekonntes Wechselspiel aus virilem und femininem Gesang: Die Band Of Skulls haben den Bogen raus auf ihrem vierten Album. Wobei der Schlüssel hierbei ein exakt richtiges Maß an Selbstsicherheit zu sein scheint.

Das Bewusstsein der kollektiven Öffentlichkeit denkt grundsätzlich in Einbahnstraßenmustern, dass die Black Keys mal richtig gute Alben aufnahmen und sie kaum einer kannte, glaubt heute keiner mehr, jeder Fan war es selbstredend seit der ersten Stunde. Das könnte sich wiederholen mit diesem tiefenentspannten, souveränen Trio aus Southhampton.

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