MSTRKRFT – Operator

Schade, schade. Jesse F Keelers DJ-Projekt MSTRKRFT, seines Zeichens eine Hälfte des kanadischen Dance-Punk-Duos Death From Above 1979, kann nur noch kloppen, nicht mehr entzücken.

Mit Buddie Al-P, andere DJ Aliasse waren offensichtlich ausverkauft, hat Keeler 2006 ein wundervolles Disco-Techno-Album veröffentlicht, noch zeitnah am Dance-Punk-Meilenstein seiner eigentlichen Band Death From Above 1979 „You’re A Woman, I’m A Machine“ von 2004, so dass man schon kundgeben konnte, alta falta, in zwei so verschiedenen Genres so geilen Scheiß zu machen, Hut ab.

Leider sind die Wege musikalischer Wertbeständigkeit einigermaßen unergründlich und oftmals mit unüberlegter Jugendlichkeit gekoppelt. MSTRKRFTs zweites Album drei Jahre später jedenfalls, „Fist Of God“ von 2009, war plumper Hip-Hop-Techno, mit ganz tollen Gangsta-MCs die ganz tolle Street-Credibility einfahrend, und damit ein zu spät gekommener Nu-Metal-Beitrag für Electro.

Lange war es ja musikalisch still um Keeler und seinen Kompagnon Sebastien Grainger mit DFA 1979 gewesen, doch als sich das Torontoer Duo wieder zusammenraufte, erst mit Shows, dann mit einem passablen Comeback-Album, und schließlich auch wieder MSTRKRFT am Verkündungshorizont auftauchte, wähnten sich Thirtysomethings nicht nur in Nullerjahre-Nostalgie, sondern auch in der Hoffnung MSTRKRFTs drittes Album „Operator“ könnte ähnlich gelungen Tanzbarkeit und Härte zu vereinen verstehen, wie das harte, schöne Disco-Debüt vor zehn Jahren.

Nix da, „Operator“ geht den mit „Fist Of God“ konsequent eingeschlagenen Weg der technoiden Dummbatzigkeit stoisch fort. Nur ohne Hip-Hop-Vermengung. Hardcore-Punk-Rave, Beats aus dem Horrorfilmbaukasten, überall nur Zerstörung und Apokalypse. Tanzen kann man dazu nicht. Pogen, naja. Müde machende Penetrierung tätowierter Toughness. Krassheit die überall abperlt.

MSTRKRFT erweisen mit ihrem dritten Album den Nostalgie-Gefühlen einen Bärendienst. Those Nullerjahre-Feelings: aus und vorbei.

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