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Glass Animals – How To Be A Human Being – Charakterstudien

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Als vor zwei Jahren das Debütalbum „Zaba“ erschien, galten Glass Animals als eine der Newcomerbands der Stunde. Raffinierter Indierock mit elektronischen Spielereien und graumelierten, ungehörten Melodien hinterließen einen bleibenden Eindruck und bescherten dem Quartett aus Oxford regelmäßig Vergleiche mit alt-J.

Dieser Brückenschlag ist für die zweite Platte „How To Be A Human Being“ längst nicht mehr so offensichtlich. Von Indierock zu sprechen, verbietet sich sogar an vielen Stellen. Stattdessen dominieren puristische, unterkühlte Beatgerüste, zwischen denen eine Menge Soul, R’n’B und Hip-Hop hineinpassen. Das wirkt gerne Mal etwas affektiert, trifft mit der dunkel groovenden Stimmung aber dennoch den Kern von Glass Animals anno 2014.

„Poplar St.“ ist mit seinem trippigen Nervenkostüm noch am ehesten mit alt-J in Verbindung zu bringen, wenngleich Glass Animals Frontmann  Dave Bayley nie an das extraordinäre Organ von Joe Newman heranreicht. Dafür hat er aber die ausgefalleneren Storys parat.

Bewaffnet mit einem Aufnahmegerät hat er während der Tour zu „Zamba“ immer wieder Gesprächsausschnitte mitgeschnitten – sowohl bei flüchtigen Begegnungen als auch in Dialogen mit alten Bekannten. Aus den Gesprächsfetzen entwickelte Bayley fiktive Figuren, die auf „How To Be A Human Being“ ihre Leinwand bekommen.

Das Ergebnis sind elf Charakterstudien über unterschiedlichste Exzentriker – jeweils in einem Song verhandelt. Das reicht vom abwiegelnden Nerd im Opener „Life Itself“ (I can’t get a job so I live with my mom/ I take her money but not quite enough/ I sit in the car and I listen to static/ She said I look fat but I look fantastic“) bis zum bitchy Playboy in „Take A Slice“ (I’m gonna fuck my way through college“) und ist insgesamt das gelungenste Element an „How To Be A Human Being“.

Da ist es auch mitnichten tragisch, dass die titelimmanente Frage „How To Be A Human Being“ weder beantwortet, noch durch die elf verschiedenen Figuren exemplarisch umfassend abgedeckt wird. Entscheidend jedoch ist die unorthodoxe Idee und die bisweilen humoristische Umsetzung.

Wenn man dann auch noch feststellen darf, dass die gesampelte Flöte in „Mama’s Gun“ vom Song „Mr. Gunder“, aus der Feder des 70er Pop-Rock-Duos The Carpenters stammt, dann offenbart sich ein akribisches Expertentum hinter Glass Animals, das bestens zu den bizarren Figuren passt, die den unterhaltsamsten soziologischen Musikschnipsel des Jahres abwerfen.

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