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Merchandise (Credit Drew Reynolds)

Merchandise – A Corpse Wired For Sound – Der perfekte Spagat

Tief verbuddelt in der Florida-DIY-Szene lebten die Jungs von Merchandise jahrelang mehr oder weniger von der Hand in den Mund. Spätestens aber nach den ersten Tour-Erfolgen und dem 4AD-Debüt „After The End“ im Jahr 2014 wendete sich das Blatt. Plötzlich standen die Mannen um Sänger Carson Cox im Indie-Post-Punk-Rampenlicht. Und dort scheint sich die Band auch hörbar wohlzufühlen.

Auf ihrem neuen Album „A Corpse Wired For Sound“ bündeln Merchandise all die Großtaten der jüngeren Vergangenheit. Vom Shoegaze-meets-Goth-Einstieg („Flower Of Sex“), über sphärische 80s-Wave-Tupfer („End Of The Week“) und in Hall gebettete Pop-Punk-Juwelen („Lonesome Sound“), bis hin zum finalen Krautrock-Ausbruch („My Dream Is Yours“) brennen die mittlerweile nur noch als Trio fungierenden Amis ein atmosphärisches Feuerwerk nach dem anderen ab.

Große emotionale Ausbrüche geben sich auf „A Corpse Wired For Sound“ nur so die Klinke in die Hand. Das Wimmern eines verängstigten Teenagers („I Will Not Sleep Here“) beschert dem Hörer ebenso viele Gänsehautmomente wie balladeske Reisen in Synthie-Welten („Right Back To The Start“).

Carson Cox und seinen beiden Mitstreitern David Vassalotti (Gitarre) und Patrick Brady (Bass) gelingt anno 2016 der perfekte Spagat zwischen der basisorientierten Schroffheit der Anfangstage und der in Opulenz getränkten Perfektion der Gegenwart. Während viele andere Bands beim Versuch des Verbindens von alt und neu kläglich scheitern, legen Merchandise mal eben so im Vorbeigehen ihre Masterarbeit auf den Tisch. Da kann man nur seinen Hut ziehen. Chapeau!

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