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Das war mir irgendwie zu bieder – Michael Nau im Interview

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Michael Nau musizierte jahrelang glücklich und zufrieden im Band-Modus. Zunächst mit Page France, dann mit Cotton Jones: Michael fühlte sich innerhalb eines Kollektivs stets pudelwohl. Im Jahr 2008 ändert sich jedoch alles. Der Sänger und seine Frau Whitney, die ebenfalls in die musikalischen Machenschaften ihres Gemahls involviert ist, werden „plötzlich“ Eltern. Fortan verschieben sich die Prioritäten im Hause Nau. Die Band-Aktivitäten werden auf Eis gelegt. Die Familie steht im Vordergrund.

Doch so ganz ohne Musik funktioniert es dann doch nicht. Michael Nau schreibt weiterhin Songs. Ein knappes Jahrzehnt später entscheidet sich Michael für ein „Comeback“. Erstmals unter eigenem Namen erscheint nun dieser Tage mit „Mowing“ das Ergebnis mehrerer Studio-Sessions, in denen das musikalische Fundament der Vergangenheit auf neue Sound-Elemente der Gegenwart traf. Wir verabredeten uns mit Michael Nau in Berlin zum Interview und sprachen mit ihm über „gestreckte“ Musik, markierte Territorien und den Spagat zwischen Familie und Beruf.

MusikBlog: Michael, du hast dir einen interessanten Titel für dein Solo-Debütalbum ausgesucht. Mähst du daheim so gerne den Rasen? Oder hat der Albumtitel eine tiefere Bedeutung?

Michael Nau: (lacht) Weder noch. Es gibt einen Song auf dem Album, der heißt „Mow“. Dieser Song gehört für mich zu den Eckpfeilern des Albums. Ich wollte das Album aber nicht nach einem einzelnen Song benennen. Das war mir irgendwie zu bieder. Also habe ich den Songtitel einfach ein bisschen „gestreckt“.

MusikBlog: Du hast auch die Musik auf „Mowing“ ein bisschen gestreckt. Man hört viel Altes raus. Es gibt aber auch Neues zu entdecken. War das so geplant?

Michael Nau: Nicht wirklich. Über die letzten Jahre hat sich einfach unheimlich viel Material angesammelt. Wir haben in Vermont aufgenommen, in Connecticut Songs geschrieben und einige Songs in Nashville und Maryland festgehalten. Wir waren viel unterwegs. Und überall markierten wir unser Territorium. (lacht) Dabei haben wir natürlich auch viel Neues aufgesaugt.

MusikBlog: Du sprichst von „Wir“. Deine Frau, du selbst… Wer war noch an der Albumproduktion beteiligt?

Michael Nau: Das Lustige ist: Diesmal waren irgendwie mehr Leute involviert als bei den ganzen Band-Alben. Ich will dich jetzt aber nicht mit Namen zuballern, mit denen du wahrscheinlich gar nichts anfangen kannst.

MusikBlog: Lass uns über dich und deine Frau reden. Gab es eigentlich hitzige Diskussionen bei euch daheim, als es darum ging, ein neues Album in Angriff zu nehmen?

Michael Nau: Eigentlich nicht. Wie kommst du darauf?

MusikBlog: Naja, es hätte ja sein können, dass ihr erst einmal klären musstet, unter wessen Namen das Ganze laufen soll.

Michael Nau: Achso… (lacht) Nein, da gab es keine Streitereien. Ich würde die Tatsache, dass das Album unter meinem Namen läuft, auch nicht überbewerten. Ich würde es als Familien-Album bezeichnen.

MusikBlog: Sind eure Kinder auch darauf zu hören?

Michael Nau: Ich glaube nicht. Aber ohne die beiden wäre das Album wahrscheinlich gar nicht entstanden.

MusikBlog: Warum nicht?

Michael Nau: Ich denke, wir würden jetzt eher über ein neues Cotton Jones-Album reden. Dieses Zurückfahren in puncto Musik kam ja nicht aus heiterem Himmel. Als wir Eltern wurden, hatten wir einfach nicht mehr die Zeit für das komplette Programm. Plötzlich waren andere Dinge wichtiger. Es hat ein bisschen gedauert, ehe wir uns wieder auf musikalische Dinge einlassen konnten. Und als es dann so weit war, haben wir entschieden, es auf diese Weise zu probieren. Wir wollten eine gesunde Balance finden. Wenn man Kinder bekommt, fährt man alles andere automatisch ein bisschen runter. Das ist ganz normal. Wir sind aber total glücklich, dass wir jetzt einen Weg gefunden haben, der es uns ermöglicht, beides unter einen Hut zu bekommen.

MusikBlog: Hat das Elternsein, neben der organisatorischen Herausforderung, auch musikalisch Spuren hinterlassen?

Michael Nau: Das kann ich dir gar nicht so richtig beantworten. An der Oberfläche hat sich, glaube ich, nichts verändert. Man arbeitet immer noch mit denselben Akkorden und Songstrukturen. Inhaltlich hingegen hat es schon etwas bewirkt. Man sieht viele Dinge im Leben aus einer anderen Perspektive. Wenn man Kinder hat, lebt man den ganzen Tag irgendwie bewusster. Man sieht die Welt nicht mehr nur noch mit den eigenen Augen. Und das wirkt sich natürlich auch auf die Texte und die Atmosphäre des Albums aus.

MusikBlog: Mir gefällt diese Entwicklung. Ihr könnt gerne noch ein Kind bekommen.

Michael Nau: (lacht) Zwei reichen erst einmal.

MusikBlog: Nehmt ihr die Kids eigentlich mit auf Tour?

Michael Nau: Wir reden darüber. Wir werden sehen, wie wir die nächsten Monate angehen. Weißt du, jeder Tag ist eine neue Herausforderung. Da ist die Musik, das Zuhause, die Kinder: Das alles irgendwie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer ganz so einfach. Aber wir sind bester Dinge, dass wir für alles eine Lösung finden werden.

MusikBlog: Alles eine Frage der Organisation, denke ich. Oder?

Michael Nau: Auf jeden Fall. Und organisieren können wir eigentlich ganz gut.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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