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Temples – Volcano – Mit der Zeit fallen

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Als Temples vor gut zwei Jahren ein Debütalbum voller Psychedelic-Perlen präsentierten, war die Neuentdeckung der wabbligen, sphärischen Gitarrenklänge bereits im vollen Gange. Die damals noch ruppigen Tame Impala befanden sich kurz vor ihrem Karrierehöhepunkt und auch die Popnerds von MGMT offenbarten ihr Faible für kauzige, aus den Koordinaten der Sechziger destillierte Hooks.

Doch so beflissen und konsequent nostalgisch wie die britischen Temples dürfte wohl kaum eine Band geklungen haben – solo allenfalls Jacco Gardner. Wie dem auch sei: Das junge Quartett mit stilechtem Langhaar- und vermuteten Baumwollfetisch wusste seit Bandbeginn, wie man Nostalgie vertont.

Der Vorgänger „Sun Structures“ wühlte versiert im Archiv aus Flohmarktplatten anderer Zeitalter und schien ausschließlich Schlagzeugbecken zu nutzen, die seit Dekaden nicht mehr entstaubt worden sind. Mit „Volcano“ legt die Band um Sänger James Bagshaw nun nach. Auch das neue Material dürfte den größten Teil vom Frühjahrsputz verpasst haben – andererseits wagt das Album mehr Pop, mehr Leichtigkeit.

Den charakteristisch verwaschenen Soundbetten des Vorgängers sind Temples treu geblieben, die das neue Album erneut in Eigenregie aufgenommen haben. Doch ein Stück wie „Mystery Of Pop“ präsentiert sich strukturell mehr offen denn als pure Hommage an die Sixties, die dennoch weiterhin Fixpunkt für Temples sein dürften.

Paradebeispiel: Der eingestandene Vibe früher Walt Disney-Filme des graziös leiernden Openers „Certainty“. Nur ganz so selbstverständlich, respektive reibungslos würde das Einbetten ihrer Songs in Hippiedokumentationen dann eben doch nicht mehr funktionieren. Dafür wirken die ephemen Flangereffekte zu abgebrüht, die Gitarrenbögen technisch zu gewitzt und der Gesang von Bagshaw einfach zu konzentriert schläfrig.

Dies alles ist aber keineswegs Manko. Schließlich muss das Etikett Psychedelic nicht gleichbedeutend mit Präteritum sein. So bedient „Volcano“ keineswegs nur Vintage-Sehnsüchte.

„Born Into The Sunset“ offeriert ein cleveres, nicht nach Jukebox klingendes Synthiegerüst, „Roman God-Like Man“ hantiert bereits mit Garage Rock und der Albumcloser „Strange Or Be Forgotten“ brilliert sogar mit gefühlter Off-Beat-Percussion. Temples schöpfen als geübte Heimwerker die Möglichkeiten ihres Studios in Kettering nun verstärkter aus und präsentieren sich somit anschlussfähiger als gedacht.

Eine Entwicklung, die jedoch zu kaum einem Zeitpunkt erzwungen wirkt. Vielmehr möchte man glauben, dass sie sich von selbst ergab. „I am living in the past, Future came to me“ heißt es etwa in einer Passage in „Strange Or Be Forgotten“.

So etablieren sich Temples nun nahezu als Band, die es vermag, aus der Zeit zu fallen und gleichzeitig mit ihr zu gehen weiß.

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