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Drangsal – Live im Ampere, München

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Drang|sal, die oder das. Qualvolle Bedrückung, Leiden.

Die hat wohl Max Gruber in seiner Heimatstadt Herxheim empfunden, wo er mit pink-farbenen Fingernägeln und halb schwarz/halb blond gefärbten Haaren schnell zum Außenseiter wurde, wie er uns im MusikBlog Interview erzählte, und deshalb mit 18 Jahren nach Berlin zog. Trotzdem widmete er seinem früheren Wohnort den Albumtitel seines Debüt „Harieschaim„, das letztes Jahr erschien, Drangsal plötzlich auf hohes, internationales Aufmerksamkeitslevel hievte und ihm u.a. den „Preis für Popkultur“ in der Kategorie Newcomer einbrachte.

Gestern war Drangsal als vorletzte Station seiner aktuellen Deutschland-Tour im Münchner Ampere. Das Warm-Up beginnen überpünktlich die Österreicher FLUT. Die fünf Jungs im teilweise Boygroup-Look stimmen ganz gut ein und beenden mit ihrem aktuellen Radiohit „Linz bei Nacht“. Ab 18. April sind sie nochmal für 5 Konzerte in Deutschland.

Dann kommt Drangsal mit seiner vierköpfigen Liveband (frisch verstärkt um Theo Krauss am Keyboard, später vorgestellt als „Theo K – wunderbar, ein waschechter Bayer“) auf die Bühne. Sie machen einige Soundchecks und just, als man denkt, jetzt fangen sie an, verschwindet die Band nochmal für 10 Minuten.

Nach dem ersten Titel „Der Ingrimm“ sagt Drangsal zum Publikum „Mein Name ist Judith Holofernes und wir sind Helden“ in Anspielung auf das Konzert von Judith in der benachbarten Muffathalle. Auch später beweist Max zwischen den Titeln Distelmeyersche Entertainment-Qualitäten.

Neben den meisten Titeln des aktuellen Albums spielt Drangsal auch die neuen Songs „Sie rennen“ und „Und Du? (10.000 Volt)“ vom kommenden, zweiten Album, das wohl schon ziemlich fertig ist und Drangsal nach der Tour aufnehmen wird, wie er dem Auditorium mitteilt. Nach der langen Zeit, die er brauchte, um „Harieschaim“ fertigzustellen, will Max nun offenbar keine Zeit mehr verschwenden.

Vor „Do The Dominance“ folgt der Hinweis, dass dies ihre bisher beste Show in Bayern ist (am Abend vorher im Nürnberger Club Stereo hatte ihn am Ende ein Husten geplagt), was ihm natürlich den Applaus des Publikums einbringt.

Bei der Ankündigung des letzten Titels („Wolpertinger“) nach nur einer reichlichen halben Stunde klagen die Zuschauer  „Oh, nein“, was bisher noch niemand auf der Tour gemacht hat, wie Max Gruber schmunzelnd erwähnt. Alle hätten nur leise dagestanden und gedacht „Ey, ich habe 20,- EUR bezahlt, du Arsch“.

Vor der ersten Zugabe, dem Misfits Cover „Some Kinda Hate“, stellt Gruber die Band vor, allerdings in der für den Folgetitel wechselnden Besetzung Christoph Kuhn (eigentlich Gitarre) am Bass und Bassist Sam Segarra am Mikrofon. Max selber wechselt ans Schlagzeug. Sam macht, trotz seiner unpunkigen Gelfrisur, einen guten Job und springt während des Titels wild von einer Bühnenseite zur anderen.

Nach „Schutter“, dem als letztes eingespielten Albumtitel, bekommen die Zuschauer endlich den Überhit „Allan Align“, der erste Song, den Drangsal überhaupt geschrieben hat, vor sechs Jahren, als er gerade mal 17 Jahre alt war.

Den Abschluss des Konzertabends bildet “For Whom The Bell Tolls” von Metallica, das dem Original verblüffend ähnlich klingt. Der bekennende Black-Metal-Fan Max versucht sogar, in seinem Gesang James Hetfield nachzuahmen und springt während des Songs ins Publikum. Das große Moshen bleibt jedoch aus, dafür ist der musikalische Kontrast den meisten Besuchern wohl zu groß.

Trotzdem ein gut passendes Ende eines kurzen, knackigen Auftritts, der noch viel restliche Zeit für Samstagabend-Aktivitäten lässt.

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