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Maggie Rogers (Credit Laura Reichenbachs/MusikBlog)
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Maggie Rogers (Credit Laura Reichenbachs/MusikBlog)
Maggie Rogers (Credit Laura Reichenbachs/MusikBlog)

Maggie Rogers – Live im Yuca, Köln

Maggie Rogers hatte am gestrigen, vernieselten Sonntagabend allen Grund zum Feiern. Ein Jahr ist es her, dass Pharrell Williams, verzaubert von ihrer Musik, zu ihrem Song „Alaska“ mit den Füßen wippte. Auf den Tag genau vor einem Jahr änderte sich damit das Leben der jungen Banjospielerin vom Land um 180 Grad.

Das ausverkaufte YUCA in Köln-Ehrenfeld lädt an diesem Abend zum geselligen Hipster-Treffen mit Turnbeuteln und blauem Lippenstift. Der Support-Act Mosa Wild lässt die Meute enger zusammenrücken, denn pünktlich um 20:00 Uhr erklingen die ersten Takte der entspannten Engländer, die mit ihrer Debütsingle „Smoke“ vergessen lassen, dass sie heute nur den Status einer Vorband genießen dürfen.

Im Gesang von Frontmann, Gitarrist und Keyboarder Jim Rubaduka zeigt sich eine gewisse Lässigkeit, in Ansätzen der selbstsichere Swag eines Caleb Followill (Kings Of Leon). Mosa Wild machen an diesem Abend mit sphärischem Indierock à la The National Lust auf mehr. Die wandelbare Stimme des Frontsängers, die richtige Portion sensibler Pop, ganz ohne Biederkeit. Gegen Ende wippen sämtliche Köpfe, tanzen viele Schultern in diesem urbanen und ansprechenden Flair des Ehrenfelder Club-Bahnhofs.

Zur Pause betreten viele fleißige Helfer die Bühne, darunter schon Mitglieder der Band von Maggie Rogers. Zeit für Pläuschchen und Beobachtungen. Als sämtliches Equipment an seinem Platz zu sein scheint, rücken die Konzertbesucher enger zusammen, vor der Bühne wird der obligatorische Sicherheitsabstand kleiner.

Schließlich wird es ganz leise im Konzertsaal, Biere werden unter die Arme geklemmt, Fritz-Colas mit dem Strohhalm noch schnell geleert. Gegen kurz nach 21:00 Uhr ertönen besinnliche Zikadengeräusche. Erwartungsvoll blickt die Menge auf die Bandmitglieder, die bedächtig dem Naturkrach lauschen, bis schließlich Maggie Rogers die Bühne betritt und mit „Now That The Light Is Fading“, dem Titelsong ihrer Debüt-EP, ihren Auftritt einleitet.

Weiße Hose, schwarzes Top, silberne Plateauschuhe, dazu der obligatorische rosa-glitzernde Lidschatten und ihre etwas zu langen Haare. Maggie Rogers weiß, wie sie Bescheidenheit ausdrückt, weiß zu kokettieren. Schon nach dem ersten Song nimmt sie das Mikro in die Hand und tanzt ihren charakteristischen Tanz – wie in Trance mit gelegentlich zuckenden Bewegungen.

Maggie liebt die Bühne, das merkt man ihr bei jedem einzelnen Song deutlich an. Und vor allem tanzt sie gerne. Irgendwann hat dann auch der Mikrofonständer ausgesorgt und wird zugunsten einer größeren Tanzfläche zur Seite gestellt.

Zwischendurch ein langsamer Jam-Song, ein Country-Stück mit Gitarre und einer dieser Songs, bei dem sie 18 Jahre alt war. Bevor sie „On + Off“ und „Alaska“, die lang ersehnten Songs ihrer EP spielt, bittet sie die Konzertbesucher, doch näher zur Bühne zu rücken – gleich so, als könne sie es kaum fassen, dass alle nur für sie gekommen sind. Fragt sie sich in diesem Moment, ob all das doch nur ein schöner Traum ist?

Man möchte ihr so gerne glauben, dass sie zu Tränen gerührt ist, als sie ihr Konzert mit der ersten Zugabe ihres Lebens schließt und von der Bühne huscht. So gerne man Maggie Rogers Musik auch mag, eine Frage wird man nicht los: Ist es aufgesetzte Demut, kokettiert sie mit ihrer bescheidenen Art? Oder ist sie echt? Authentizität und Glaubwürdigkeit wird sie noch bestätigen müssen, denn ihr musikalisches Können stellt sie an diesem Abend allemal unter Beweis.

Nach dem Konzert stehen noch viele Grüppchen zusammen. Erst nach und nach leert sich das YUCA. Die Besucher scheinen einen Gedanken zu teilen: Das war verdammt gute Musik. Mit Blick auf die Uhr erstaunt man: Ist es wirklich erst 22.00 Uhr?

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