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Sookee – Live im Feierwerk, München

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„Die Zeiten sind politisch schlecht, aber musikalisch gut. Es gibt viel zu sagen.“ (Sookee im MusikBlog Interview, März 2017).

Die 33-jährige aus Berlin ist seit 10 Jahren eine der wichtigsten Stimmen im deutschen Hip-Hop und nie waren ihre Worte relevanter als heute. Diese sind in Rap-Form auf ihrem neuen Album „Mortem & Makeup“ zu hören und waren es gestern live im Münchner Feierwerk.

Im Vorprogramm heizt Tice (gesprochen [tietsche], nicht [teis]) ordentlich ein, bevor die kurze Umbaupause mit Lady Lykez und M.I.A. die Zuschauer passend auf den Hauptact vorbereitet. Das Publikum besteht zu ungefähr 95% aus Frauen, Männer sind klar in der Minderheit. Aber die Gleichberechtigung von Minderheiten ist ja ein großes Thema für Sookee.

Die beginnt mit „Kontrollverlust“ vom neuen Album, für das sie sicher bei K.I.Z Rapunterricht genommen hat, und trägt dabei eine weiße Maske, welche sie jedoch nach dem Song ablegt. Nach dem folgenden „Q1“ begrüßt sie das Publikum freudig und mit langen Worten und „connected gleich mit der crowd“.

Das Sprechen ist Sookee nicht nur in ihren Songs wichtig. Ihre minutenlangen Moderationen alle zwei bis drei Songs reichen von emotional/verbindend („Ich bin das 6. oder 7. Mal hier und habe schon eine Bandwohnung oben“), über witzig/selbstironisch („spaßbefreit wie alle Feministinnen“, „hier ist ein loser Faden an meinem Unterrock, der kitzelt mich die ganze Zeit“) bis zu politisch/diskursiv („antifaschistisch und feministisch gehören zusammen“).

Vor „SSRI“, was für Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, eine Form von Antidepressiva, steht, weist Sookee auf Psychatrie-Zwangseinweisungen und Willkür hin, welches sie selbst im Bekanntenkreis erlebt hat.

„You Only Die Once“ vom neuen Album performt Sookee mit Tice gemeinsam und endorst diese danach überschwenglich. Danach folgt ein wohl nur live zu hörender Remix von „Siebenmeilensneakers“ mit einem schönen Yann Tiersen Sample vom „Good Bye, Lenin!“ Soundtrack, der nahtlos in „Siebenmeilenhighheels“ über geht.

Vor dem offiziell letzten Titel „Bitches Butches Dykes & Divas“ erklärt Sookee, dass sie selber noch nie Stagediving probiert hat, fordert aber die Zuschauer genau dazu auf. Diese kommen dem auch zahlreich nach und auch Tice beteiligt sich.

Mit einem herzlichen „Sagt Bescheid, wenn ihr selber mal ein Konzert habt, ich komm vorbei“ verabschiedet sich Sookee dann, jedoch nur, um wenige Minuten die Zugabe zu beginnen. Diese und damit ein gutes und wichtiges Konzert endet mit „Queere Tiere„, für das sich Sookee den Schneckenhut ihrer 2,5-jährigen Tochter aufsetzt.

Sookee sagte selbst, dass sie, ihrer Meinung nach, live besser ist als auf Platte. Dem kann und muss man sich nach diesem Konzert nur anschließen.

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