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Childhood – Universal High – Die entspannten 70er sind zurück

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Was waren die 1970er Jahre doch schön: Vielerorts glaubten Happy Hippies, mit Liebe (und LSD) die Welt verändern zu können und das Leben schien ohne AIDS und den 11. September um einiges freier.

Kein Wunder also, dass Childhood den funkigen und unbeschwerten Sound dieses Jahrzehntes auf ihrem zweiten Album „Universal High“ aufgreifen.
Die Nottinghamer Band um Sänger und Frontmann Ben Romans-Hopcraft hat mit ihrem Debütalbum „Lacuna“ eine respektable Indie-Platte vorgelegt und sich einen Fankreis erspielt.

Mit dem zweiten Album haben sie ihre Musik zu großen Teilen neu erfunden. Die zehn Songs auf „Universal High“ sind lässige, Moog-geprägte Feel-Good-Nummern.

Im vergangenen Jahr waren die Briten mit dem Produzenten Ben H Allen im Studio. Allen arbeitete bereits mit Gnarls Barkley oder Animal Collective zusammen und versteht sein Handwerk. Die Lieder schmeicheln dem Ohr und sind allesamt sehr stimmig abgemischt. Ganz stilecht wird z.B. „To Old For My Tears To Lie“ sanft ausgefaded.

Urlaub beginnt im Kopf, daher hier eine How-To-Empfehlung: Die Sonnenbrille mit den gelben Gläsern sollte aufgesetzt, das Bonanza-Fahrrad aus dem Keller geholt und entspannt zu den Klängen des Longplayers durch die Stadt gecruist werden.

Was beim ersten Hören fröhlich klingt, muss es textlich nicht unbedingt sein. In „Californian Light“ heißt es z.B.: „I should take my time like my mother taught me so well, but I’m grieving, cos I’m leaving a feeling so deep alone“.

Manchmal ist die Erinnerung an etwas oder einen Ort schöner (Stichwort: romantisierende Verklärung) als es der Ort oder das damalige Ereignis jemals wirklich waren. „Universal High“ nimmt uns Hörer*innen mit auf eine Zeitreise, bei der die 1970er Jahre eine Oase der Glückseligen zu sein scheint, alles schwoft und ist entspannt.

Ob das damals wirklich alles so harmonisch und entspannt war, darf stark bezweifelt werden. Aber ein knapp 40-minütiger Soundtrack, der zum Träumen von Pailettenanzügen und Diskokugeln einlädt, ist in diesen gesellschaftlich harten Tagen sehr willkommen.

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