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Melvins – A Walk With Love And Death

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„Wir sind hier nicht in Seattle, Buzz“, musste man dem Sänger der Melvins nie sagen. Für Grunge stand die Truppe nämlich nie wirklich ein, auch wenn Kurt Cobain Roadie, Gastmusiker und fast Nachbar der Melvins war, die sich in den Achtzigern eine treue Fangemeinde erspielte.

Ein verschrobener, beizeiten düsterer Gitarrensound reichte aus, um Rockgeschichte zu schreiben. Auch wenn die Melvins an Geschichte im eigentlichen Sinne längst nicht mehr zu glauben schienen.

Wenn man die Truppe um Buzz Osborne nie in Kutten gesehen hat, assoziiert man sie in erster Hinsicht mit Post-Punk in Form von langatmigen Riffs, die Black Sabbath studiert haben. Kein Wunder also, dass Osborne auch schon ein gemeinsames Bandprojekt mit dem früheren Slayer-Drummer Dave Lombardo unterhielt.

Auf dem ersten Doppelalbum der Band, dem 24. Studiowerk, rückt der gefühlte Metalhabitus mitsamt Doom-Handwerk aber immer mehr in den Hintergrund. Ein zweites, brachiales „Revolve“, bei dem man James Hetfield am Mikro vermutete, sucht man auf „A Walk With Love And Death“ beispielsweise vergeblich.

Stattdessen: immer wieder der Eindruck von angedeutetem Stoner Rock, mehr Fokus auf Drumeffekte. Die erste Single „Christ Hammer“ wirkt dank verspielt-süffisantem Refrain und dichten Riffs gar wie eine Kreuzung von Queen und Queens Of The Stone Age.

Auch „What´s Wrong with you“ präsentiert rasante Hooks und auch „Edgar The Elephant“ klingt im Mittelpart fast so, als hätte man eine Platte mit Gesang von Freddie Mercury runtergepitcht. Will sagen: Die Melvins klingen in den Refrains verspielt wie eh und je, lösen sich in den schrillen Momenten fast vom düsteren Feedback, das ihre Stücke einst so oft umgarnte.

Schon der Vorgänger „Basses Loaded“ öffnete sich für die Idee, weniger auf Feedback zu setzen und gab sich gelegentlich auch Blues-affin.

„A Walk With Love And Death“ setzt in punkto Zugänglichkeit noch einen drauf. Das könnte an der Gästeliste liegen: Joey Santiago von den Pixies mischt mit, aber auch Teri Gender Bender, die man für Garage-Rock und Kollaborationen mit Omar Rodriguez (und natürlich Buzz Osborne höchstpersönlich) zu schätzen weiß.

Doch auch dieses Doppelalbum krankt an den eigenen Ambitionen. Auf diverse Stücke im letzten Drittel hätte man verzichten können, hier fällt der Sound deutlich zu träge aus. Das eigentliche Ziel haben die Melvins aber sowieso verfehlt. Bei soviel Mut zu Progression zur Kollaboration stellt sich der seitens der Band intendierte Schockeffekt nämlich nicht ein.

Das gilt, auch wenn die unter dem Oberthema „Love“ angesammelten Noise-Collagen, die die zweite Hälfte des Albums füllen, eine mehr als unbehagliche Stimmung suggerieren. Tierseufzer, Flüstern, gefühlte Field Recordings aus Fabriken und Ultraschallaufnahmen eines früheren Melvins-Verstärker kräuseln sich hier.

Hätten die Melvins den Soundtrack zu ihrem Kurzfilm mit den eigentlichen Stücken gekoppelt, wäre jenes Album das bis dato gruseligste Werk des Quartetts geworden. So halten sich die Melvins aber alle Möglichkeiten offen.

Vielleicht fokussiert man sich demnächst auf Garage? Oder schneidet sich die Haare? Alles ist denkbar. Nur an Seattle fährt man wohl weiterhin vorbei.

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