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Dieser Bullshit ist wieder aktuell – EMA im Interview

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Erika Michelle Anderson alias EMA war einst Frontfrau einer Band namens Gown. Bis zum Jahr 2009 verbuchte die Noise-Folk-Kapelle drei Studioalben auf der Habenseite. Dann löste man sich auf. Seither wandelt Erika auf Solo-Pfaden. Nach den beiden Erfolgsalben „Past Life Martyred Saints“ (2011) und „The Future’s Void“ (2014) wurde es allerdings still um die charismatische Sängerin aus Portland.

Dieser Tage kehrt EMA endlich zurück ins Rampenlicht. Im Gepäck hat sie ihr neuestes Studiowerk „Exile In The Outer Ring„. Wir trafen Erika in Berlin zum Interview und plauderten über die Schattenseiten des Erfolgs, besorgniserregende Ist-Zustände und das Arbeiten im Solo-Modus.

MusikBlog: Erika, nach dem Erfolg deines letzten Studioalbums „The Future’s Void“ bist du regelrecht abgetaucht. Was war los?

Erika M. Anderson: Mir war das alles irgendwann einfach zu viel. Ich habe mit der Musik nicht angefangen, um irgendwann mal mein Gesicht auf dem Cover von Musikmagazinen bewundern zu können. Ich weiß, dass es normalerweise so läuft. Viele Musiker wollen groß rauskommen, reich, berühmt und sexy werden. Mir hingegen war immer nur die Musik wichtig. Nach der Veröffentlichung meines ersten Soloalbums fühlte ich mich überrannt. Jeder wollte etwas von mir. Alle zerrten an mir. Da hatte ich keine Lust drauf.

MusikBlog: Jetzt kehrst du mit deinem neuen Album „Exile In The Outer Ring“ zurück. Hast du keine Angst davor, dass sich das „Prozedere“ von damals wiederholt?

Erika: Darüber mache ich mir keine Gedanken. Wenn es so sein sollte, werde ich schon die richtigen Entscheidungen treffen. Da bin ich momentan ganz entspannt. Einiges kann man ja als Künstler und Verantwortlicher auch selbst lenken. Man lernt ja dazu. Ich bin jetzt erst einmal happy, dass ich wieder am Start bin. Den Rest lasse ich einfach auf mich zukommen.

MusikBlog: Dein neues Album orientiert sich in puncto Sound wieder an den Anfangstagen. Die Mixtur aus Noise und Folk steht im Vordergrund. War das so geplant?

Erika: Das Album ist ein bisschen schroffer geworden, das stimmt. Ich denke, dass sich die Musik auch immer wieder der Zeit anpasst, in der sie entsteht.

MusikBlog: Was war das für eine Zeit?

Erika: Da kam viel zusammen. Ich meine, seit der ersten Session für das neue Album hat sich nicht viel verändert. Man muss nur die Zeitungen aufschlagen. Donald Trump ist Präsident. Überall auf der Welt marschieren Rechte auf den Straßen. Chaos und Gewalt stehen mehr denn je auf der Tagesordnung. All das fließt natürlich auch in die Musik mit ein.

MusikBlog: Einer deiner neuen Songs trägt den Titel „Aryan Nation„.

Erika: Diesen Song habe ich schon vor drei Jahren geschrieben. Ich hatte damals gerade den Film „This Is England“ gesehen; ein Film, in dem es um britische Skinheads geht, die im Gefängnis politisch radikalisiert werden. Dieser Tage entdecke ich viele besorgniserregende Parallelen.

In Portland, da wo ich herkomme, geht es eigentlich sehr liberal zu. Aber die Trump-Wahl hat gezeigt, dass die Community noch so gefestigt sein kann. Wenn sich irgendwo Unzufriedenheit ausbreitet, dann sind Angst, Frust und Orientierungslosigkeit die Folge. Und dann ist man plötzlich empfänglich für jeden Scheiss, der einem vorgegaukelt wird.

Das Ergebnis ist, dass sich viele Menschen von ihren eigentlichen Werten distanzieren und auf einmal mit patriotischem Gehabe durch die Nachbarschaft ziehen. Ich hätte damals nie gedacht, dass der Song irgendwann einmal… Keine Ahnung, aber es ist so. Dieser Bullshit ist wieder richtig aktuell.

MusikBlog: Denkst du, dass die vielen „Überläufer“ irgendwann zur Besinnung kommen werden?

Erika: Ich weiß es nicht. Ich hoffe natürlich, dass all die Menschen, die Trump gewählt haben, irgendwann merken, dass sie belogen und betrogen wurden. Das würde zwar erstmals nicht viel am Ist-Zustand ändern. Aber es wäre ein positives Zeichen für die Welt da draußen, die sich gerade völlig zurecht große Sorgen macht.

MusikBlog: Ist es für dich eigentlich einfacher deine Emotionen und Gedanken innerhalb eines Solo-Konzepts zu kanalisieren? Oder vermisst du auch manchmal die alten Band-Zeiten, in denen die Verantwortungen auf mehrere Schultern verteilt werden konnten?

Erika: Das ist eine gute Frage, für die ich, ehrlich gesagt, keine richtige Antwort parat habe. Es gibt Momente, da bin ich froh, dass ich all meine Gedanken und Gefühle ganz allein verarbeiten kann. Es gibt aber auch Situationen, in denen mir bewusst wird, dass die Arbeit im Team vieles einfacher machen würde.

Aber im Großen und Ganzen bin ich glücklich, so wie es ist. Man wächst ja auch mit den Aufgaben. Man wird gefestigter und reifer. Ich fühle mich wohl in meiner Haut als Solo-Künstlerin. Und das ist es, was für mich am Ende des Tages zählt.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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