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Grizzly Bear – Painted Ruins

Grizzly Bear fühlen sich offensichtlich in den unterschiedlichsten Sounds sehr wohl. Mit “Painted Ruins”, dem fünften Album der US-amerikanischen Band, steht nun der nächste Beweis dafür bereit. Fünf Jahre nach dem direkten Vorgänger „Shields“ meldet die Band aus Brooklyn sich eindrucksvoll zurück.

Grizzy Bear wechseln auf “Painted Ruins“ atmosphärische und basslastige Tracks ab, die fast etwas nach Filmmusik klingen und pulsierende Songs wie “Three Rings“, die von den Drums getragen werden, ohne einen roten Faden vermissen zu lassen. Vieles erinnert an die eigene Bandvergangenheit, kondensiert sich auf “Painted Ruins“ jedoch auf einen weitaus dichteren Raum.

Das Album ist das beste Beispiel für eine Band, die sich all ihrer Instrumente selbstbewusst bedient und viele Songs wie Produkte improvisierender Genies wirken lässt, die sich andauernd gegenseitig überraschen, herausfordern und verstehen.

Dabei finden Grizzly Bear in jedem ihrer vielen Stile ein Quäntchen Melancholie, die aus den trabenden Melodien von “Aquarian“ genau so sehr trieft wie aus der einsamen Gitarre zu Beginn von “Cut-Out“. Dass auch der Folk, den die Band definitiv zu ihrem bisherigen Repertoire zählen dürfen, nicht tot ist, beweist letzterer Song ebenfalls und evoziert weite Landschaften und selbstauferlegte Isolation.

Grizzly Bear machen Bandmusik, so viel steht auch nach ihrem fünften Album noch eindeutig fest. Die Beschränkung auf einen einzelnen Stil lehnen die US-Amerikaner auch immer noch ab. Ist also alles so wie immer?

Nicht ganz, denn auch wenn nur einzelne Tracks wegen ihrer atmosphärischen Filmhaftigkeit beim ersten Hören auffallen, lässt sich das gesamte Album wie ein erzählender Soundtrack hören, der seine unterschiedlichen Soundwelten an den unterschiedlichen Innenwelten seiner Charaktere ausrichtet.

Tumult, Unruhe, Weitblick und Tiefgang sprechen aus den teilweise verzerrten, überladenen und teilweise sehr reduzierten Arrangements. “Painted Ruins“ ist ein Abbild innerer Ruinen, die in Impulsen und Bewusstseinsströmen an die Oberfläche drängen.

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