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LCD Soundsystem – American Dream

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Die spektakulär und mit dem Gestus des Definitiven zu Grabe getragene größte New Yorker Electro-Rock-Band der Nullerjahre ist zurück. Dabei gab es doch keinen Sinn mehr an LCD Soundsystem, mit Protagonisten jenseits der Vierzig. Dabei war doch alles so schlussendlich.

Sowohl im Song „Change Yr Mind“ auf dem jetzigen Comeback-Album „American Dream“ als auch in den zahlreichen medialen Äußerungen James Murphys seit den Reunion-Shows, kommt es durch: nichts ist definitiv, alles darf sich ändern.

LCD Soundsystem sind nach sieben Jahren wieder mit neuer Musik zurück. Es scheinen verflixte sieben Jahre gewesen zu sein. Das einstige Flaggschiff der für die Indie-Disco ikonisch gewordenen Death-From-Above-Records, nun auf Columbia/Sony, darf wieder leben, aber halt ganz anders. Mit derlei gewälzten Überlegungen verlor schon so manche Band den Blick fürs Wesentliche.

Ganz ehrlich: LCD Soundsystem bleiben LCD Soundsystem (und doch fehlt etwas Entscheidendes). Repetitive Rhythmen, eine Soundgrundierung, die stark an elektronische Tanzmusik erinnert, die Bass-Gitarre als wichtigstes Rhythmusinstrument, die feinsten Synthie-Sounds Manhattans, die nichtsdestotrotz schroff Retro klingen: James Murphys Band hat, wie kaum eine andere im tanzbaren Pop, einen eigenen, aber oft kopierten Stil.

Und der wird auch dieses Mal genussvoll und ausführlich, wie es LCD Soundsystems Art ist, ausgebreitet. 4:57 geht der kürzeste Song, 12 Minuten der längste. Leider ist bei aller Kontinuität ein entscheidendes Merkmal der großen Dance-Punk-Institution abhanden gekommen: Die Songs reißen nicht mehr mit.

Sie entfalten nur noch momenthaft ihre frühere Ekstase. Eher eklektisch wird sich mit angezogener Handbremse selbst zitiert. Man ist ja jetzt erwachsen.

„American Dream“ will eine Standortbestimmung sein, der Tatsache Rechnung tragen, dass man nicht mehr Mitte Dreißig ist, Familien gegründet hat und also nicht mehr am Hipster-Puls der Zeit fühlt, aber gleichzeitig wollen LCD Soundsystem für ihr Recht auf Daseinsberechtigung im Pop des Jahres 2017 kämpfen.

Diese trotzige Zurückhaltung geht leider nicht auf. „American Dream“ animiert nicht, stiftet keine Unruhe und vor allem keinen Sog. Es ist nett, es ist erfahren, es ist reif. Im Pop alles kleine Schwestern von „langweilig“ – und dieses Attribut ist nun wirklich leider ein neues für James Murphy.

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