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Björk – Utopia

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Aus verbrannter Erde wachsen neue Pflanzen. Aus der riesengroßen Wunde, die Björks artifiziell stilisierter Körper mitten im Brustbereich auf dem Cover ihres letzten Albums „Vulnicura“ zierte, und die absichtlich Vulva-Gestalt hatte, ist offensichtlich auch etwas Neues erwachsen.

Denn Björks zehntes Studioalbum „Utopia“ ist das krasse emotionale Gegenteil. Hoffnung beseelt und beflügelt die kleine Isländerin nach dem offen ausgelebten schmerzhaften Trennungsprozess vom multimedialen Gegenwartskünstler Matthew Barney.

Die Vulva ist noch immer grafisches Konfrontationsthema, blickt man auf ein Cover, bei dem es nur Kunstkuratoren zunächst nicht die Sprache verschlägt. Aber Björk und ihre seltsame Avantgarde-Kunst ist ja inzwischen durchaus etabliert und anerkannt, außer vielleicht bei engstirnigen, konservativen, alten, weißen Männern, von denen gerade einer ein ziemlich großes und weltpolitisch wichtiges westliches Land regiert.

Also Björk und ein crazy Cover und nicht minder crazy Sounds: Check. Auch in anderer Hinsicht zeigt sich die inzwischen 52-jährige kontinuierlich: Wie auch auf „Vulnicura“ arbeitete sie mit Producer und Electro-Avantgardist Arca zusammen. Nur diesmal auf dem ganzen Album. Im Wesentlichen zeichnet sich „Utopias“ Sound durch ihm aus, Björk leifert dazu die passenden Gesangsverrenkungen.

Leichtigkeit, emotionales Erblühen und Hoffnung durchdringen „Utopia“. Erreicht wird das durch avantgardistischen Beat- und Sample-Gebrauch Arcas. Permanent digital verfremdete Flötenpassagen – nicht von ungefähr findet etwas Flötenartiges auf dem Cover Platz – Harfen-Versatzstücke, eklektische Beat-Ansätze, Arcas Mittel sind zwar auf jeden Fall strange, aber dabei auch seltsam zurückhaltend.

„Utopia“s Sound wirkt digital-natürlich. Roboter-Vögel zwitschern allenthalben, digitales Grillengezirpe erzeugt Sci-Fi-Blumenmeerbilder, auch kläfft mal so etwas wie ein Roboter-Raubtier in sakrale Chor-Stimmungen hinein („Body Memory“).

„Utopia“ ist, was es ist: Avantgarde-Musik von Björk. So künstlerisch das Ganze auch ist, ein Gefühl, dass das als Album irgendwie fehl am Platz ist, schleicht sich bei Björk immer stärker ein. Als musikalische Untermalung einer wie auch immer gearteten Museumsausstellung, als postmoderner Soundtrack einer kolossal-futuristischen Oper, als Kunst-Film-Musik: Es gibt viele Zusammenhänge, in denen man sich Björks „Utopia“ ergiebiger, wirkungsreicher vorstellen kann, als auf einem Pop-Album.

„Quo vadis, Pop?“ fragt Björk aber auch nicht erst seit gestern. Ob der Bogen musikalischer Toleranz überspannt wird, bleibt bei ihr konstante Fragestellung, die jeder individuell beantworten muss.

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