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Kat Frankie – Bad Behaviour – Revolution und Introversion

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Kat Frankie, im Jahr 2004 von Sydney nach Berlin umgesiedelt, veröffentlichte ihr letztes, drittes Studioalbum „Please Don’t Give Me What I Want“ im Jahr 2012. Sechs Jahre sind also vergangen, in denen Kat alles andere als untätig war. Kooperationen mit Clueso, Olli Schulz, Chris Klopfer und Get Well Soon ließen es beinahe so erscheinen, als hätte sie selbst in diesen sechs Jahren kaum Zeit gehabt, ein neues Album aufzunehmen. Doch das hatte sie.

Genug Zeit, um ihren Sound, dessen einzige Konstante das Loop-Pedal war, weiterzuentwickeln. Hört man sich ihre vorigen Alben an, fühlt man sich an Feists gefeierten Neuling des letzten Jahres „Pleasure“ erinnert und merkt erst einmal, wie weit Kat Frankie ihrer Zeit 2007 mit „Pocket Knife“ und ihrem düsteren Acoustic-Pop voraus war.

Ob „Bad Behaviour“ auch so klingt, als könne es in 10 Jahren höchste Aktualität erreichen, stellt man sich da die (berechtigte?) Frage. Aber ganz von Vorn. Das Loop-Pedal. Was hat das Loop Pedal noch zu bieten in Zeiten, in denen es dank Ed Sheeran schon seinen Weg in die größten Hallen der Welt geschafft hat, dank Justin Vernon in die Herzen sämtlicher Kritiker und dank Jeremy Loops an die Küsten etlicher Länder?

Ganz einfach, Ed Sheeran macht eingängigen Pop, Vernon berührenden Indie, Jeremy Loops euphorisierende Melodien und Kat Frankie? Macht alles davon, und viel mehr. Selbst derjenige,  den dieser scheinbare Mix der Genres schon beim Lesen erschöpfen sollte, wird sich beim Hören der Platte verstanden fühlen.

Viel mehr zeigt Kat Frankie zum Beispiel in „Back To Life“. Eine bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Stimme wird von minimalistischen Beats begleitet und würde die wenigsten auf einem Mura Masa, Jamie XX oder James Blake Album überraschen.

Das gospelartige „Versailles“ weckt hingegen Gedanken an politische Widerstand, die sich wie Erinnerungen anfühlen. Ein politischer Song ohne konkrete Agenda, wohl aber mit dem Wunsch nach Veränderung.

Im jazzigen „Headed For The Reaper“ wird hektisches Atmen geloopt und in einen Song verpackt, den jeder ganz nach Belieben entweder als bipersonale Auseinandersetzung mit dem eigenen Niedergang interpretieren kann, oder als selbstbewusste Psychoanalyse des Gegenübers. „I know you’re headed for the reaper. You say you feel alright“. Die in Musik verpackte Flucht vor dem eigenen Sensenmann.

Der titelgebende Vorwurf schlechten Benehmens könnte allerhöchstens von Liebhabern des akustischen Sounds ihrer früheren Alben erhoben werden. Während Tracks wie „Bad Behaviour“ und „Swallow You Whole“ vom Produktionsaufwand näher an Haim als an Feist herankommen, bringt „Home“ sogar Grunge-Gitarren ins Spiel.

Spielregeln? Gibt es keine, und wenn, werden sie gekonnt ignoriert, um einen erfrischenden Sound zu schaffen. Potentielle Hits, experimentelle Visionen und bewegende Balladen („Finite“) geben sich auf diesem Album die Klinke in die Hand und jede Mühe, keinen ruhigen Moment ungenutzt zu lassen. Erfolgreich.

Wie lautet das Fazit? Werden die Töne dieses Albums in Jahrzehnten ihre sichtbare Schatten auf die Werke anderer Künstler werfen? Hoffentlich nicht, denn eine Platte könnte im Jahr 2018 kaum aktueller und notwendiger sein, als „Bad Behaviour“.  „We ain’t got time, we ain’t got long/Till revolution comes“ singt Kat Frankie selbst ganz passend in „Versailles“.  Eine musikalische Revolution ist hiermit schon mal angezettelt.

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