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Kettcar – Live im Haus Auensee, Leipzig

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Rund 3.600 Besucher fasst die 100-Jahre alte Location am Leipziger Auensee. Ordentlich gefüllt war diese bereits, als vor sechs Jahren Kettcar an dieser Stelle aufspielten. Mit der „Ich vs. Wir“ Tour kamen die Hamburger gestern Abend zurück, wieder als Publikumsmagnet, wieder gab es überschaubare Platzreserven.

Das Warm-up bestreitet die Songwriterin Dorit Jakobs mit Stücken zwischen Folk und Suzanne Vega, um Punkt neun betreten Kettcar die Bühne. „Trostbrücke Süd“ macht den Anfang. „Wenn du das Radio ausmachst wird die Scheißmusik auch nicht besser“ heißt es. So ist es, aber heute Abend werden die Besucher von musikalischen Belanglosigkeiten verschont und selbst, wer einen „Zyankali-Tag“ erwischt hatte konnte, hier seinen Frieden mit selbigem schließen.

Auch, wenn das Gros des Set natürlich vom aktuellen Album stammt, inzwischen das mit der höchsten inländischen Chartplatzierung für Kettcar, so leben ihre Konzerte doch stets von den Ohrwürmern aus der Diskografie. Prompt folgt dem Opener „Balkon Gegenüber“ vom Debüt aus dem Jahr 2002, von dem vier weitere Stücke auf der Setlist zu finden sind.

Der Frontmann grüßt Leipzig, bedankt sich ausdrücklich bei allen Anwesenden unter 30. Der Altersdurchschnitt entsprach am gestrigen Donnerstag (bei den Schweden „der kleine Samstag“ genannt – danke für die Info Marcus) tatsächlich mehrheitlich dem ihrer Protagonisten, möglicherweise steuert deshalb die ohnehin gelöste Stimmung mit „Graceland“, einem Stück über die fortschreitende Reife, auf den ersten Höhepunkt zu.

Vielleicht dachte der ein oder anderen im Auditorium bei der Übersingle, „Sommer 89 (Er Schnitt Löcher In Den Zaun)“, daran, zu jener Zeit an der besungenen Stelle den Erstkontakt mit der Freiheit gehabt zu haben. Textsicher der Saal, donnernd der Applaus, voller Humanismus die Worte des Urhebers im Anschluss.

Das Kettcar keine Parolenband ist, weiß man nicht erst seit dem MusikBlog-Interview neulich. Im steten Wechsel zwischen Alt und Neu nimmt der Abend seinen Lauf, gibt es den „Liebeslieder“-Block, bei dem selbstverständlich „Balu“ nicht fehlen darf, darf man „Im Taxi weinen“ und wird die „Mannschaftsaufstellung“, die in den bespielten Breiten über eine üppige Auswechselbank verfügen soll, vorgestellt.

Wiebuschs Poesie ist weit entfernt von den Sprechblasen der politischen Ränder, seine Kollegen aus dem St. Pauli Fanblock spielen vor den Projektionen im Hintergrund einen mitreißenden Gig. Hier stimmen die Laufwege, hier unterhält jede noch so alte Anekdote.

Nach „Deiche“ eine kurze Pause, in den Zugaben enthalten ist mit „Der Tag Wird Kommen“ die bewegende Outing-Hymne von Wiebuschs Solo-Album sowie „Ich Danke Der Academy“ und das vielkehlig mitgesungene „Landungsbrücken Raus“.

In den vergangenen gut 90 Minuten musste niemand „Den Revolver Entsichern“, es bleibt der Gedanke an ein wärmendes Konzert in nicht nur meteorologisch kalten Tagen.

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