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Khruangbin – Live im Festsaal Kreuzberg, Berlin

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Doch, doch – abseits der großen Musikarenen, des Medienspotlights auf die jeweiligen Kurzzeitstars eines Jahrzehnts und der Feuilleton-Leitartikel über Pop-Phänomene, die nur an der Oberfläche kratzen, passieren sie, die wahren Musikwunder.

Khruangbin unter exzellenten Soundbedingungen und bei bester Laune live zu erleben ist so ein kleines musikalisches Wunder. Das texanische Trio hat gestern im neuen Festsaal Kreuzberg, der eigentlich auf Treptower Boden steht, eine Funk-Soul-Gitarren-Eruption abgeliefert, die Herzen schmolz und Dauergrinsen erzeugte.

Khruangbin starten durch seit ihrem gefeierten, exzellenten Zweitwerk „Con Todo El Mundo“. Ob Stockholm oder Chicago, allenthalben werden, wo es nur geht, Zusatzshows gebucht oder Shows in größere Venues verlegt, da die Sold-Out-Patches auf den Tour-Plakaten immer zahlreicher werden.

Das heißt auch schon mal zwei Shows hintereinander zu stemmen, eine Early- und eine Late-Night-Show, aber Khruangbin gebärden sich dermaßen professionell auf der Bühne, dass man sich keine Sorgen machen muss, ihnen passiere Vergleichbares wie einem Marylin Manson neulich.

Konzentriert und leidenschaftlich spielten der neue Gitarren-Gott Mark Speer, die mit weiblichen Reizen nicht geizende, vorzüglich groovende Bassistin Laura Lee und der der Jazz-Tradition verpflichtete, schwarze Drummer Donald Johnson ihr um die musikalische weite Welt führendes Set herunter.

Was Khruangbin momentan so singulär macht in der großen Welt der Indie-Genres, ist ihr Sound, der nicht allein Weltmusik-Einflüsse reinterpretiert und irgendwie wieder in ein US-amerikanisches Indie-Rock-Koordinatensystem zurückführt, sondern diejenige „Weltmusik“ zum Vorbild nimmt, welche selbst eine Adaption und Antwort auf US-Genres darstellte.

Der Thai-Funk vom ersten Album bediente sich Vorbildern, die in den Siebzigern Santana für sich entdeckten und mit südostasiatischer Musikkultur vermengten; die iranisch-arabischen Soundanleihen auf „Con Todo El Mundo“, entstammen längst vergessenen Bands, die mit ihrem eigenen Kulturstil Jimi Hendrix nacheiferten.

So schließt sich ein schöner Kreis mit Khruangbins Soundwelt, erleben wir hier einen Funk und Soul und Indie-Rock, der erst in die Welt gelassen wurde und nun wieder zurück zum US-amerikanischen Ausgangspunkt findet.

Was sich in den Siebzigern und Achtzigern in Äthopien für phänomenaler Jazz zusammenbraute (Ethio-Jazz), welche Wege der Blues gleichzeitig in Nigeria ging, der Funk in Thailand und der Rock im Iran längst vergangener Tage: der verwestlichte junge Großstädter hat nicht mehr den Hauch eine Ahnung davon und es ist eine absolute Wohltat drei Texanern auf der Bühne, zwei von ihnen mit albern ernst gemeinter Perücke auf dem Schädel, dabei zuzuhören, wie sie diese Soundwelt wieder zusammenbringen und dem Publikum vor die Tanzfüße werfen.

Ganz klar: der Glanz- und Mittelpunkt stellt dabei Bandleader Mark Speers mirakulöses Gitarrenspiel dar. Das gab wahrhaft tosende Ovationen.

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