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Young Fathers – Cocoa Sugar

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Die exzentrischen Young Fathers bleiben unkalkulierbar. Auch ihr drittes Album „Cocoa Sugar“ ist intelligenter Großstadt-Pop mit Sehnsuchts-Referenzen an eine gemeinschaftlichere, religiös-sakralere Zeit. Als solcher muss er heutzutage zwingend Hip-Hop als Fundament enthalten, geht aber weit darüber hinaus.

Nein, der Großstadt-Pop des Edinburgher Trios Alloysious Massaquoi, Kayus Bankole und ‚G‘ Hastings, die allesamt die Vornamen ihrer Väter tragen, ist auch ein Potpourri, ein Amalgam verschiedener Versatzstücke. Der alles zusammenhaltende Kleister dabei: Rhythmus – die Pop-Hauptingredienz unserer beat-infizierten Zeit.

Erstaunlich dabei, wie sehr sich die in Worte gekleideten Betrachtungen von Album zu Album nicht wesentlich unterscheiden, ihre drei Alben aber alles andere als gleichförmig und austauschbar sind.

Die musikalische Grundformel der Young Fathers ist sehr ergiebig. Samples und Beats aus dem Computer, meist sakral tönende Melodie-Parts aus ach so verzerrten Keyboards, choraler Geständnis-Pathos und trommelnde Rhythmen, Rythmen und Rythmen.

„Dead“, „White Men Are Black Men Too“ und jetzt „Cocoa Sugar“ sind die Art von Avantgarde-Musik, die noch eingängig genug ist, um große Konzerthäuser zu füllen und eine begeisterte, jung-urbane Anhängerschaft zu generieren, die aber gleichzeitig weit weg genug vom Mainstream ist, um in einfache Genre-Parolen und Begriffskategorien verortet werden zu können.

Chapeau! Im Grunde genommen machen die Young Fathers das, was gerade sehr viele junge Bands machen und ein Trend und ein Signum eines pop-musikalischen Zeitabschnitts geworden ist. Vom Hip-Hop ausgehender Alternative-Pop.

Nur machen sie ihn in einer Art und Weise, die sich wohltuend von den anderen abhebt.

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