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Drangsal – Zores

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„Wo man mich vermutet steh’ ich schon lange nicht mehr“ säuselt Drangsal in „Und Du? Vol. II“ und liefert damit die perfekte Beschreibung für „Zores“. Denn mit dem düsteren Wave-Sounds seines Debüts hat sein zweites Album kaum noch etwas zu tun.

Man konnte nach dem ersten Vorboten „Turmbau zu Babel“ schon erahnen, dass Max Gruber alias Drangsal zwei Jahre nach „Harieschaim“ andere Töne anschlägt. Dabei bleibt es längst nicht nur bei dem auffälligsten Unterschied: Englisch ist zum entfernten Bekannten degradiert worden, denn in fast allen Songs auf „Zores“ besinnt sich Gruber auf seine Muttersprache.

Oberste Devise scheint Drangsal dieses Mal Eingängigkeit gewesen zu sein. Pop als Genre ist fast zu tief gestapelt. Wer schon den Gedanken befremdlich findet, dass Drangsal jetzt reinsten Deutsch-Pop machen soll, der muss jetzt tief durchatmen: „Zores“ könnte sogar als Schlager durchgehen. Als Beispiel dafür funktioniert eigentlich jeder Song.

„Magst Du Mich (Oder Magst Du Bloß Noch Dein Altes Bild Von Mir)“ klingt wie ein aus den Achtzigern entsprungener Farin Urlaub. Sowieso könnten viele der Lyrics mit plumpen Endreimen und offensichtlichen Zeilen von den Ärzten oder ähnlichen Altherren des Deutsch-Pop/Rock stammen.

Wenn der erste Schock überwunden ist und man sich dazu durchgerungen hat, „Zores“ doch nochmal ein Ohr zu schenken, weil man nicht ganz glauben kann, dass es bei Drangsal jetzt so glattgebügelt zugehen soll, kann man der Platte mit viel Toleranz auch was Gutes abgewinnen.

„Eine Geschichte“ beispielsweise. Klavierballade mit Säuselgesang goes Nine-Inch-Nails-Industrial-Krach. Oder die Synkope und das minutenlange, herrlich-schräge Solo in „ACME“. Sowieso ist der letzte Song definitiv einer der besten auf „Zores“ und lässt das Schlager-Pop-Spektakel mit krachigen Gitarren, haufenweise Verzerrern und auf Englisch völlig anders ausklingen als erwartet.

Wie man das jetzt findet, das ist völlige Geschmackssache. Eins ist aber sicher. Auch wenn man „Zores“ über-poppig und nervig findet. Songs wie „Und Du? Vol. II“ sind unfassbare Ohrwürmer und geistern einem – ob man will oder nicht – noch tagelang im Kopf herum.

Wenn man sich dann dabei erwischt, wie der Fuß doch im Takt mitwippt, muss man Drangsal zumindest das zugestehen und verbleibt am besten einfach mit seinen eigenen Worten: „Lieb’ mich oder lass’ mich in Ruh.“

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