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Tocotronic (Credit René Bittner/MusikBlog)
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Tocotronic (Credit René Bittner/MusikBlog)
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Tocotronic – Live im Werk 2, Leipzig

Die Herren von Lowtzow, Zank, Müller und McPhail sind in Leipzig gern gesehene Gäste, füllten auf ihren letzten Touren mehrfach das geräumige Haus Auensee. Am liebsten spielen die Vier jedoch im familiären Conne Island, zumindest geografisch ist die Halle A des Werk 2 am gestrigen Freitag nicht weit davon entfernt.

Ausverkauft ist die Veranstaltung schon lange, viele Besucher sind augenscheinlich jünger als die 25-jährige Bandgeschichte, also bei Erscheinen von „Digital Ist Besser“ günstigstenfalls in den Zukunftsplanungen jener Generation, die in etwa gleichen Teilen erschienen war, als Idee vorhanden.

Kurz: wie immer ist das Publikum durchmischt, denn egal, wie kontrovers die letzte und vorletzte Platte diskutiert wurden – live waren, sind und bleiben Tocotronic eine Bank. Vorweg nordet Support Ilgen-Nur den Saal ein, empfahl sich dabei für weiterführende Aufgaben.

Um neun färbt sich die Bühne in ein blaues Universum, das Quartett marschiert zum „Rittertanz“ von Prokofjew ein und bemächtigt sich des Handwerkszeugs. Ein warmes „Willkommen“ und mit dem Titeltrack von „Die Unendlichkeit“ beginnt die Reise durch den Abend.

Düster brummt der Bass zum Auftakt, die Gitarren wimmern, natürlich werden Stücke vom zu promotenden Album den Löwenanteil des Auftritts bilden.

Nach der folgenden Adoleszenten-Hymne „Electric Guitar“ ist das Warm-up beendet, Arne drischt auf sein Schlagzeug ein und mit „Let There Be Rock“ und „Drüben Auf Dem Hügel“  bäumt sich das Hit-Monster zum ersten Mal richtig auf. Die in Ehren ergrauten Protagonisten wirken so juvenil wie zu den Veröffentlichungstagen dieser Melodien.

Das Fans sind auf Betriebstemperatur. Textsicher, crowdsurfing- und pogo-bereit kommt sicher vielen die Idee, ihre unkaputtbaren Lieblinge am 14. April im Alten Schlachthof des nahen Dresden gleich noch einmal zu besuchen, zumal Conferencier Dirk launig in Interaktion mit den Anwesenden tritt.

Im Querschnitt durch beinahe die komplette Diskografie gibt es neben den gestandenen Klassikern „Die Grenzen Des guten Geschmacks 2“, „Aber Hier Leben, Nein Danke“ oder „Ich Bin Viel Zu Lang Mit Euch Mitgegangen“ mit „Unwiederbringlich“, welches der Frontmann allein interpretiert, und dem poppigen „Zucker“, wenngleich rauer und rockiger als seine Verlage, auch Kontrastpunkte.

Mit „Sag Alles Ab“ und „Macht Es Nicht Selbst“ zieht das Tempo noch einmal an, schließlich darf sich die Neil Young Fan-Fraktion an den Gitarren via „Das Geschenk“ noch einmal richtig ausleben.

Wie das aktuelle Album schließt der Hauptteil des Gigs mit „Alles Was Ich Immer Wollte War Alles“.

Tocotronic werden noch weitere Male nach vorn kommen und auch der Autor wartet diesmal ab, bis nach Ingrid Cavens ergreifenden „Die Großen Weißen Vögel“ vom Tape final der Evergreen „Freiburg“ als lärmige Feedback-Orgie zelebriert wird.

Zurück im Freien und über die Karl-Liebknecht-Straße heimwärts bleibt neben dem Eindruck, gerade Großartiges erlebt zu haben, die Erkenntnis, dass Leipzig ein nicht unwesentliches Stück Breisgau ist.

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