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Das Fundament hat sich nicht verändert – Stephen Malkmus im Interview

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Für seine Rückkehr ins Business-Rampenlicht hat sich Stephen Malkmus viel vorgenommen. Statt mit einem standardisierten Hallo-hier-bin-ich-wieder-Werk aus dem Schatten zu treten, kommt das ehemalige Pavement-Oberhaupt gemeinsam mit den Jicks, der Sonic Youth-Ikone Kim Gordon und The Decemberists-Mitglied Chris Funk um die Ecke geschossen.

Und alle halten sie begeistert eine Kopie ihres aktuellen, gemeinsamen Schaffens in die Höhe. Die Rede ist von „Sparkle Hard„, dem mittlerweile siebten Studioalbum des Indie-Rock-Projektes Stephen Malkmus & The Jicks. Darauf zu hören: spleenige Indie-Rock-Kost, detailverliebt arrangiert und in erster Linie zusammengestellt für Freunde des gepflegten Jams. Wir trafen Stephen Malkmus in Berlin zum Interview und sprachen mit ihm über selbstbewusste Sounds, sichere Häfen und aufgebauschte Gerüchte.

MusikBlog: Stephen, nach einer dreijährigen Studiopause meldest du dich dieser Tage mit einem neuen The Jicks-Album zurück. Das gute Stück heißt „Sparkle Hard“ und wird vielerorts mit dem Zusatz „Comeback“ behaftet. Gehst du da mit?

Stephen Malkmus: Nun, wir leben in einer Zeit, die vom Tempo bestimmt wird. Die Leute werden jeden Tag mit Neuem konfrontiert. Da schließt sich die Musik nicht aus. Wenn man „Sparkle Hard“ also als „Comeback-Album“ bezeichnen will, dann soll es so sein. Ich habe da kein Problem mit.

MusikBlog: Wie würdest du das Album musikalisch einordnen?

Stephen Malkmus: Ich denke, dass „Sparkle Hard“ sehr selbstbewusst klingt. Es ist ein Album geworden, das sich an keine Richtlinien hält. Und das hat nicht nur mit den Leuten zu tun, die mit involviert waren. Die Musik und der Sound, haben sich während des Produktionsprozesses verselbstständigt. So wurde das Konzept, etwas Neues zu kreieren, auf ein noch höheres Level gehievt.

MusikBlog: Der Albumtitel passt da wie die berühmte Faust aufs Auge, oder?

Stephen Malkmus: Ich denke schon. Es ist nie einfach, den perfekten Titel für ein Album zu finden.

MusikBlog: Wie gehst du bei der Suche nach einem passenden Albumtitel vor?

Stephen Malkmus: Ich gehe in mich, lasse die Musik und meinen Plan auf mich wirken und schicke meine Vision dann auf Reisen. „Sparkle Hard“ war letztlich der Titel, der mir und all meinen Vertrauten innerhalb und außerhalb der Band am meisten zugesagt hat.

MusikBlog: Waren auch alle sofort mit der musikalischen „Neuausrichtung“ einverstanden?

Stephen Malkmus: So dramatisch sehe ich das gar nicht. Wir haben diesmal mit verschiedenen Dynamiken gearbeitet, ein bisschen mehr gejamt und ein paar Geigen mit eingebaut. Mir war einfach wichtig, ein paar neue Ansätze mit einzubringen. Aber es ist immer noch eine Stephen Malkmus And The Jicks-Platte. Das Fundament hat sich nicht verändert.

MusikBlog: Neben ein paar Geigen und einigen Prog- und Country-Einwürfen steht auch eine Kollabo mit Kim Gordon auf der „Surprise“-Habenseite. Wie kam es dazu?

Stephen Malkmus. Ich kenne Kim schon sehr lange. Als wir die erste Version des Songs „Refute“ im Kasten hatten, fragten wir uns, ob wir das Ganze nicht auch noch besser hinkriegen könnten. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass da noch etwas fehlte. Irgendwann haben wir dann beschlossen, eine weitere Stimme mit einzubauen, um dem Ganzen noch etwas mehr Energie und Vielfalt mit auf den Weg zu geben. Naja, Kim stand schon immer ganz oben auf meiner Duett-Liste. Und diesmal war es dann endlich soweit. Ich rief sie an, schickte ihr den Song und hoffte, dass es passen würde. Und das tat es dann auch. Ihre Stimme passt perfekt zum Song.

MusikBlog: Was in den letzten Jahren ebenfalls perfekt passte, war deine Verbindungen zu Deutschland. In puncto Inspirationsquellen wurden vor drei Jahren die Stadt Köln und die Kraut-Rocker von Can geehrt. Du hast auch mal zwei Jahre in Berlin gelebt. Was fasziniert dich so an Deutschland?

Stephen Malkmus: Musikalisch gibt es in Deutschland einfach unheimlich viel zu entdecken. Ich mag auch die Leute und die Landschaft. Auch die Großstädte sind großartig. In Berlin haben wir eine tolle Zeit verbracht. Meine Familie und ich haben uns hier sehr wohl gefühlt.

MusikBlog: Warum lebt ihr mittlerweile wieder in den Staaten?

Stephen Malkmus: Schlussendlich hat sich der sichere Hafen durchgesetzt. Die High School, das College, mein ganzes Studio-Zeugs: Das alles konnten und wollten wir nicht auf einen Frachter laden. (lacht)

MusikBlog: Apropos können und wollen: Im kommenden Jahr zünden Pavement-Fans dreißig Kerzen an. Du auch?

Stephen Malkmus: (lacht) So lange ist das schon her? Wow! Nun, ich habe von Gerüchten gehört. Ich weiß nicht, ob ein Band-Mitglied irgendwas gesagt oder geschrieben hat. Fakt ist: Für mich steht eine Pavement-Reunion nicht zur Debatte. Mehr kann ich dazu nicht sagen, auch wenn es mir für die vielen Fans da draußen natürlich leid tut. Aber es ist wie es ist.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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