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The Kooks (Credit Andrew Whitton)

Irgendwie fühlte sich das Ganze nicht richtig an – The Kooks im Interview

Vier Jahre nach dem experimentellen Fingerzeig „Listen“ melden sich The Kooks mit einem neuen Studioalbum zurück. „Let’s Go Sunshine“ heißt das gute Stück – ein Album, das die Band in puncto Sound wieder zurück in Richtung „Konk“ und „Junk Of The Heart“ katapultiert. Statt elektronischer Einwürfe mit souliger Garnierung gibt es wieder Flockiges aus der 60s-Pop-Schublade auf die Ohren. Im Zuge der Promo für das neue, mittlerweile fünfte Studiowerk der Briten trafen wir uns mit Frontmann Luke Pritchard zum Interview und sprachen über lange Wartezeiten, dicke rote Fäden und die Rolling Stones.

MusikBlog: Luke, euer letztes Album „Listen“ hat bereits vier Jahre auf dem Buckel. Nach den doch eher verhaltenen Reaktionen damals hatten viele Fans die Hoffnung, ihr würdet etwas schneller ins Rampenlicht zurückkehren. Warum hat es so lange gedauert?

Luke Pritchard: Die nicht ganz so euphorischen Reaktionen haben wir natürlich registriert, keine Frage. Kein Künstler freut sich, wenn sich ein Album plötzlich schlechter verkauft als die vorherigen. Auch das ist klar. Aber musikalisch waren wir mit uns im Reinen. Es gab also keinen internen Druck. Niemand in der Band hatte das Gefühl, dass wir etwas korrigieren müssten, und zwar so schnell wie möglich.

Ganz im Gegenteil. Ich bin auch heute noch total stolz auf unser letztes Album. Es ist einfach so, dass wir unheimlich viel unterwegs waren. Auf Tour ist man dann nicht so fokussiert, wenn es darum geht, sich Gedanken über ein neues Album zu machen. Während dieser Zeit lebt man emotional und gedanklich in einer ganz anderen Welt. Wir haben erst 2016 damit begonnen, an neuen Ideen zu arbeiten.

MusikBlog: Das ist aber auch schon zwei Jahre her.

Luke Pritchard: Ja, das stimmt. Wir haben uns dann etwas länger als gedacht mit den ersten Sessions aufgehalten. Da lief zu Beginn noch nicht alles rund. Irgendwie fühlte sich das Ganze nicht richtig an. Wir haben uns dann hingesetzt und nochmal alles überdacht. Und dann lief es auch. Und jetzt sind wir wieder da, mit einer Platte, die all das beinhaltet, was uns als Band ausmacht: Positivität, Energie und der Hang zu Sounds aus den Sechzigern.

MusikBlog: Da passt der Titel eures neuen Albums ja wie die Faust aufs Auge, oder?

Luke Pritchard: Ja, das klingt nach The Kooks. Ich meine, „Let’s Go Sunshine“ kann man nicht falsch deuten.

MusikBlog: Für mich klingt das Album wie der große Bruder von „Konk“ und „Junk Of The Heart“. War „Listen“ vielleicht auch nötig, um musikalisch wieder an diesen Punkt zu kommen?

Luke Pritchard: Ich würde es vielleicht nicht ganz so drastisch formulieren. Aber es ist schon so, dass wir gespürt haben, dass wir uns diesmal wieder verstärkt mit unseren Anfangstagen beschäftigt haben. „Listen“ war schon ein großes Experiment. Wir haben erstmals mit Computern gearbeitet und intensiv über den Tellerrand geblickt. „Let’s Go Sunshine“ hingegen ist purer britischer Rock’n’Roll mit einem dicken roten Faden. Ja, vielleicht war „Listen“ nötig, damit wir heute über ein Album wie „Let’s Go Sunshine“ sprechen können.

MusikBlog: Musikalisch geht’s also wieder back to the roots. Inhaltlich hingegen betrittst du hier und da schon Neuland. Es geht nicht mehr nur um Mädchen. Wie kommt’s?

Luke Pritchard: (lacht) Mädchen spielen immer noch eine große Rolle auf dem Album. Aber du hast recht, es gibt auch einige Songs auf dem Album, die sich mit anderen Dingen beschäftigen. Für mich war das Schreiben der Texte diesmal eine große Herausforderung. Ich wollte diesmal tiefer gehen und ein Themenfeld aus fiktionalen und realen Geschehnissen kreieren. Das war nicht immer einfach. Ich musste dafür tief in mich hinein horchen und mich mit vielen persönlichen Gedanken und Gefühlen auseinandersetzen. Aber ich denke, es hat sich gelohnt. Ich bin unheimlich stolz auf die Texte.

MusikBlog: Nach einem Album, folgt im Regelfall die dazugehörige Tour. Auch ihr seid in den nächsten Wochen und Monaten wieder viel unterwegs. Deine Zeit des Jahres?

Luke Pritchard: Grundsätzlich schon. Ich liebe es, unterwegs zu sein. Vor allem im Sommer gibt es für mich nichts Schöneres als auf Festivals zu spielen, andere Bands zu sehen und eine gute Zeit zu haben. Es ist aber auch immer wieder schön, nach Hause zu kommen und kreativ zu sein. Wenn man irgendwo in einer dunklen Ecke an einem neuen Song schraubt und merkt, dass etwas Großes entsteht, dann ist das ebenso erfüllend.

MusikBlog: Ihr werdet dieser Tage in riesigen Stadien für die Stones eröffnen. Kein schlechter Beginn der Sommer-Saison, oder?

Luke Pritchard: Besser könnte es nicht laufen. Das ist natürlich eine Riesensache für uns. Jeder weiß, dass wir die Stones lieben. Das ist unsere Musik. Wir bekommen Freikarten für die Stones und dürfen vorher auch noch auf derselben Bühne stehen: Ich wüsste nicht, was das noch toppen könnte.

MusikBlog: Ich auch nicht.

Luke Pritchard: (lacht)

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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