Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Mark Lanegan & Duke Garwood (Credit Steve Gullick)

Mark Lanegan And Duke Garwood – With Animals

Die spirituell wie künstlerisch langjährig vereinten Mark Lanegan, zuletzt mit „Gargoyle“ qualitativ wieder ganz vorn mit dabei, und Duke Garwood, mit „Garden Of Ashes“ noch in angenehmster Erinnerung, bündeln ihre Energie auf einem zweiten gemeinsamen Album.

Während der Ex-Screaming-Trees-Vorsitzende auf seinen Platten, als zertifizierter Künder des Unheils, das Dunkel bevorzugt mit schleppenden Gitarre vor sich hertreibt, wählt der britische Multiinstrumentalist meist eine rhythmisch gebremstere Verarbeitung ähnlich gelagerter Thematiken.

Ein musikalisch-gemeinsamer Nenner fand sich immer. Dominierten vor fünf Jahren auf „Black Pudding“, dem Erstwerk des Dream-Teams, noch die Saiteninstrumente und zementierten ein bluesiges Fundament, gibt sich das Duo auf „With Animals“ deutlich reduzierter.

„Intensität durch Simplizität“ diktierte Garwood der Presse zur Klangidee der Platte und diese „Zwischenräume der Klänge“ gilt es zu ergründen. Einmal auf deren Spur gekommen, lässt sich die Tiefe des dahinterliegenden Raumes erahnen, bewegt sich nicht nur „My Shadow Life“ darin eher auf einer lichtabgewandten Seite der Diesseitigkeit.

Die in Los Angelas, Joshua und Pasadena entstanden Tracks generieren ihren „mitternächtlichen Sound“ sicher auch daher, dass sie eingespielt wurden, bevor die Sonne zu hoch stand.

Dem Grundtenor des Vorboten „Save Me“ folgend, führen die restlichen elf Kapitel der Platte tief in ein Labyrinth aus Ängsten und Sorgen, die nach Sonnenuntergang in den Gedanken vieler Menschen umherschwirren.

Spröde melodisch bildet sich zwischen LoFi und Retro-Elektronik ein mystischer Klangnebel, leben die Aufnahmen von dem von Garwood angekündigten Schemenhaften. Mark Lanegan, der für 2020 seine Autobiographie „Sing Backwards And Weep“ angekündigt hat, sorgt mit seiner Stimme für latente Dramatik.

Besen wischen über das Schlagzeug, hier drängt ein satter Bass in Lücken, woanders führt die akustische Gitarre. „L.A. Blue“ staubt trocken wie ein Ry Cooder Roadmovie-Soundtrack, mehrmals entwickelt „With Animals“ eine Ambient-Stimmung wie es Hugo Race auf dem 99er „Last Frontier“ Album gelang.

Eine Platte wie ein Rückzugsort. Seine „Ghost Stories“ sind gedimmt, wärmend und intim, dabei immer mit einem Funken Hoffnung unterwegs.

Schreibe einen Kommentar