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Miles Kane – Coup De Grace

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Miles Kane hat ein kleines Problem. Immer wieder scheint ihm sein Ego zu suggerieren, er wäre ähnlich fehlerfrei wie sein Bandkollege bei den Last Shadow Puppets, er würde eine ähnlich Postion am Firmament der 2000er-Brit-Rock-Szene bekleiden wie eben jener Alex Turner von den Arctic Monkeys.

Was Miles Kane also auf seinem neuen Album „Coup De Grace“ versucht – wahrscheinlich ohne es zu bemerken? Naja, Kane hat eine Lücke im Firmament entdeckt.

Mit ihrem vor wenigen Monaten erschienenen Album „Tranqulity Base Hotel & Casino“ verabschiedeten sich die Arctic Monkeys von ihrem Image als Garanten des Brit-Rock. Aus rauen Gitarren und hohem Tempo wurden gefühlvolle Basslines und hypnotisierende Drums, zeitlose Lounge-Musik mit einem Hauch Alex Turner.

Dass die Arctic Monkeys dabei den Last Shadow Puppets viel ähnlicher klangen als sich selbst, dürfte Miles Kane in eine musikalische Sinnkrise gestürzt haben. Was sollte er denn machen, wenn Turner ihn nicht mehr für seine kumpelhaft romantischen Ausflüge ins crooning brauchen würde?

Seine Antwort: Klinge ich halt wie die Arctic Monkeys früher. Ist doch nur fair. Die Idee fährt Miles Kane gleich zu Beginn mit Höchstgeschwindigkeit gegen die Wand:

„Too Little Too Late“ klingt, als wäre es für Turner geschrieben worden und von einem Nachahmer gesungen. Der tiefe Bass täuscht dabei nur über einen Sound hinweg, der die britische Ursuppe auslöffelt und wiederkäut.

Ein bisschen Oasis’scher Bombast meldet sich auch, pathetische Selbstbeweihräucherung in „Loaded“ und funkige Verirrung auf dem Titeltrack „Coup De Grace“.

Hat das Album also wirklich nichts zu bieten, was man nicht woanders schon gesehen und gehört hat? Man muss eingestehen, dass die kurze Platte jedenfalls nach dem Album eines Künstlers klingt, der Lust auf Musik hat.

Zwar findet sich im Sound wenig, das andeuten könnte, Kane hätte sich endlich selbst gefunden und mittlerweile einen klaren Leitfaden, dem seine Karriere von nun an folgen könnte. Ein Selbstverständnis, das man als Überschätzung entlarven sollte, das aber trotzdem als Alleinstellungsmerkmal durchgehen kann, findet man aber trotzdem.

In einer Musikszene, die immer wieder an der Glorifizierung ihrer eigenen Vergangenheit und Gegenwart interessiert ist, sticht Kane heraus. Er benimmt sich, als gäbe es nichts zu glorifizieren, als wäre er sowieso und unumstößlich ein nicht wegzudenkendes Teil der britischen Rockgeschichte.

Ist er nicht, und sein nächstes Nummer-eins-Album wird er wohl erst wieder verbuchen können, wenn Turner doch noch Bedarf für ein weiteres The Last Shadow Puppets-Projekt sieht.

Eigentlich perfekt für Kane, wenn die Scheinwerfer nicht auf ihn gerichtet sind. Dann kann er sich jedenfalls ganz ungestört selbst abfeiern.

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