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Ich mache das nicht für die Popularität – Connan Mockasin im Interview

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In Te Awanga aufgewachsen, lebte Connan Mockasin bereits in Wellington, London, Manchester und zuletzt in Los Angeles. Nachdem der neuseeländische Sänger 2013 mit „Caramel“ sein zweites Studioalbum veröffentlicht hatte, erscheint fünf Jahre später nun dessen Nachfolger. „Jassbusters“ heißt die neue Platte und kommt in Begleitung von Connans erster Film-Serie „Bostyn ‚N Dobsyn“. Im MusikBlog Interview verriet uns der mittlerweile in Japan lebende Musiker, in welcher Verbindung Film und Album stehen, wieso Songs für ihn unbearbeitet gehören und weshalb er sich aus dem Musikindustrie-Wettkampf heraushält.

MusikBlog: Connan, du lebst aktuell in Japan. Wie ist es dazu gekommen?

Connan Mockasin: Davon abgesehen, dass ich dieses Land liebe, ist meine Freundin ursprünglich aus Tokio. Sie hat die letzten 15 Jahre aber nicht dort gelebt, deshalb ist es etwas Großes für sie, nach Hause zu kommen und ich bin glücklich, Teil davon zu sein.

MusikBlog: Ihr habt also vor, länger zu bleiben?

Connan Mockasin: Ja. Ich war früher schon ein paar Mal da, aber noch nie so lange. Wir sind vor etwa drei Monaten komplett umgezogen und es ist großartig. Ich liebe das Essen, ich liebe die Menschen und ich liebe die Atmosphäre.

MusikBlog: Was genau liebst du an den Menschen?

Connan Mockasin: Die Art und Weise, wie sie über andere denken. Japaner sind sehr rücksichtsvoll und höflich, es ist wirklich toll.

MusikBlog: Besser als Los Angeles, wo du bisher gelebt hast?

Connan Mockasin: Ich habe fast 10 Jahre in UK und Europa gelebt, bevor ich nach L.A. gezogen bin. Ich muss zugeben, dafür, dass ich keine Erwartungen hatte, hatte ich wirklich sehr viel Spaß dort drüben und das Wetter ist außergewöhnlich! Trotzdem habe ich eins vermisst: Die Jahreszeiten. Es ist schön, zu wissen, dass jetzt Herbst ist und bald der Winter kommt. Ich liebe es auch, wenn die Sonne nach dem Regen rauskommt. Nicht, dass ich tagelanges Gewitter mögen würde, aber ohne Regen würde es diesen Moment danach nicht geben. Du bist da mit Deutschland in einer wirklich guten Position – so viel zum Wetter! (lacht)

Auf jeden Fall war ich für dreieinhalb, fast vier Jahre in L.A. und die Zeit verging wie im Flug! Das Leben ist da so bequem und mühelos, dass es im Endeffekt an dir vorbeirast. Man kann wirklich schnell alt werden dort.

MusikBlog: Dabei ist es doch „The City of Stars“.

Connan Mockasin: Dazu kann ich nicht viel sagen, weil ich in der Zeit, wo ich dort gelebt habe, nicht wirklich versucht habe, groß rauszukommen. Ich habe damals Europa verlassen, weil meine Freundin nach L.A. gezogen ist, aber ich habe dort nie versucht, ein Star zu werden. Ich hätte es, glaube ich, auch gehasst, weil dieser Wettkampf doch sehr deprimierend sein kann…

MusikBlog: …und anstrengend. Immerhin wird die Musikindustrie immer schnelllebiger.

Connan Mockasin: Ich versuche, mich da größtenteils rauszuhalten und habe eigentlich kein Interesse daran, mich mit dem zu messen, was es da draußen gerade gibt. Ich bin mittlerweile schon ziemlich rumgekommen und habe gesehen, wie Künstler kommen und gehen. Deshalb mache ich nur Musik, wenn mir danach ist und dann auch nur das, was ich gerne höre. Es ist einfach nur mein Glück, dass es Leute gibt, die das genießen, was ich tue.

MusikBlog: Hat es deshalb knapp fünf Jahre für ein neues Album gebraucht?

Connan Mockasin: Ja, ich befinde mich in keinem Rennen. Ich mache das alles nicht für die Popularität. Ich liebe es, Alben zu machen, aber ich muss dazu auch die richtige Atmosphäre fühlen. Wenn die gegeben ist, und ich die Platte als Ganzes vor mir sehe, dann erst kann ich ein Album machen. Ich will da nichts erzwingen, ich muss schon in der Stimmung dafür sein.

MusikBlog: War „Soft Hair“ dann auch eine „Stimmung“?

Connan Mockasin: Ach das. Das wurde ja schon vor langer, langer Zeit gemacht. Das ist bestimmt fast acht Jahre her. Wir haben es nur nie veröffentlicht, weil Sam (aka LA Priest) und ich uns irgendwie so ein bisschen verkracht haben. Wir haben einfach aufgehört, miteinander zu sprechen und deshalb lag die Platte nur rum und ist nie rausgekommen. Letztendlich ist das Album aber doch erschienen, weil wir schon zuvor einen Vertrag mit Domino unterschrieben hatten.

MusikBlog: „Jassbusters“ erscheint jetzt zu deiner ersten Film-Serie „Bostyn ‚N Dobsyn“.

Connan Mockasin: Genau, es ist ein fünftteiliges Melodrama, an dem meine Brüder und ich zusammen mit unserem Nachbarn Blake Pryor seit unserer Kindheit geschrieben haben. Blake spielt neben mir einer der Hauptrollen, Dobsyn, und kam dafür extra nach Hollywood, um den Film zusammen mit mir zu drehen.

MusikBlog: Ist eine Premiere gemeinsam mit dem Albumrelease geplant?

Connan Mockasin: Nun, der erste Teil wird zeitgleich mit meinen Konzerten in die Kinos kommen, bei meinen Auftritten werde ich auch etwas vorspielen. Ich glaube, in Deutschland werden wir im Babylon Kino in Berlin sein. Und in Hamburg – der genaue Ort fällt mir aber gerade nicht ein (Markthalle – d.Red.). Das werden auf jeden Fall die ersten Filmvorführungen sein. Wann alles dann im Ganzen herauskommt, weiß ich noch nicht.

MusikBlog: Sollte der Film zuerst angeschaut werden?

Connan Mockasin: Ja, ich habe es so aufgebaut, dass der Film zuerst geschaut werden sollte. Es ist aber nicht zwingend notwendig. Es würde ein bisschen mehr Sinn ergeben, aber nicht ausschlaggebend mehr, sodass es ein Grund wäre, die Songs nicht anzuhören, wenn man den Film nicht gesehen hat! (lacht)

Wir sind direkt nach dem Filmen von Hollywood nach Paris in die Studios gereist und haben dort ganz schnell das Album aufgenommen. Alle Texte sind vor Ort erst entstanden und wir haben keinen Song neu aufgenommen. Deswegen bin ich mir auch nicht ganz sicher, was manches bedeutet, was ich mir dabei gedacht habe. Aber vieles macht ja auch erst nach Jahren Sinn! (lacht)

MusikBlog: Und in welchem Zusammenhang stehen nun Album und Film?

Connan Mockasin: Ich spiele im Film einen Musiklehrer, Bostyn, der eine Band hat. Das sind die Jassbusters. Das Album, das nun erscheint, ist im Endeffekt die Platte, die diese Band veröffentlicht. Ich bin sozusagen die Band! (lacht)

MusikBlog: Apropos Musiklehrer. Ist Musik etwas, dass beigebracht werden kann oder ist es doch etwas Natürliches?

Connan Mockasin: Ich glaube, es gehört ein bisschen von beidem dazu. Natürlich kann man es zu einem bestimmten Grad lehren, aber damit es eine Bedeutung annehmen kann, muss es zu etwas Größerem werden. Ich habe zum Beispiel mit 10 angefangen Gitarre zu lernen. Der Anfang musste mir auch beigebracht werden. In den nächsten zwei Jahren darauf war ich dann so besessen davon, dass ich jeden Tag so viel wie möglich gespielt habe. Die Gitarre wurde auf diese Weise zu dem Instrument, mit dem ich mich am besten ausdrücken konnte und mit dem ich mich am wohlsten fühlte.

MusikBlog: Warst du direkt zufrieden mit den Songs, um sie so zu belassen?

Connan Mockasin: Ja, denn dieses Bearbeiten und Neumachen stresst mich total, ich finde das so scheiße. Ich mag es viel lieber, wenn man den Moment einfängt und das Ding dann in Ruhe lässt. Aus diesem Grund dauert zum Beispiel „Charlotte’s Thong“ auch neun Minuten lang. Uns war in dem Moment einfach danach.

Das Album wurde für die Schlussszenen des Films nochmal mit Kamerabegleitung aufgenommen; es gibt also zwei Live-Aufnahmen. Das, was du auf YouTube siehst, ist die zweite Live-Aufnahme, also nicht das, was wir im Studio gemacht haben. Da dauert „Charlotte’s Thong“ sogar 15 Minuten, aber das fand ich dann doch etwas zu lang für das Album.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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